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  • Mi., 26. April 2017, 19:49 Uhr
    Der Stadtrat diskutierte auf Antrag der Grünen über Buslinien und Shuttleservice in den Tiergarten / Autoverkehr in das Naherholungsgebiet gänzlich verbieten?

    Keine Patentlösung für Verkehrssituation im Wäldchen

    Die Grünen schlagen die Verlängerung einer Buslinie bis in die Tiergarten vor. Foto: Gernot Kirch


    Von Gernot Kirch Das Wormser Naherholungsgebiet rund um Wäldchen, Bürgerweide und Rheinauen zählt zu den beliebtesten Flecken von Worms. Ein ganz besonderer Magnet ist dabei der Tiergarten mit jährlich rund 250.000 Besuchern.
    Im Sommerhalbjahr strömen besonders an den Wochenenden wahre Menschenmassen in das Naherholungsgebiet um Sport zu treiben, sich zu sonnen, zu relaxen, mit der Familie einige schönen Stunden in der Natur zu verbringen oder den Tiergarten zu besuchen. Dazu kommen noch Kleingartenanlagen, ein Tennisclub, ein Reitverein und die Sportschützen. Diese alles führt häufig zu einer angespannten Verkehrssituation, weil die meisten mit dem eigenen Auto über den Friedrichsweg ins Wäldchen fahren. Die Folge ist an Spitzenzeiten ein großes Verkehrschaos mit Staus, Parken in gesperrten Bereichen und jeder Menge Stress und Hektik. Es gab schon Tage, etwa zu Sonderveranstaltungen im Tiergarten, an denen schlicht weg „nichts mehr ging.“

    Buslinie und Shuttleservice

    Schon häufig diskutierte der Stadtrat die Verkehrssituation im Wäldchen und speziell im Tierpark, ohne zu einer Lösung zu kommen. Obwohl jeder die Notwendigkeit sieht, gelang es nie, den „Gordischen Knoten“ zu zerschlagen und alles blieb wie es ist, was manchmal auch Chaos bedeutet.
    Auf der Stadtratssitzung am Mittwoch stellten die Grünen den Antrag, ob es möglich sei, einerseits die Buslinie 410 bis an den Tierpark zu verlängern und anderseits einen Shuttleservice vom Festplatz zum Tiergarten einzurichten. David Hilzendegen von der Ökopartei sagte: „Die Grenzen des Autoverkehrs ins Wäldchen sind erreicht!“

    Gesamtkonzept notwendig

    Oberbürgermeister Michale Kissel führt aus, dass es einer kompletten Neuordnung der Verkehrsinfrastruktur in diesem Bereich bedarf. Appelle an die Besucher, auf das Auto zu verzichten, würden alleine nicht helfen. Ein Bus könnte zurzeit am Tiergarten auch gar nicht wenden, wenn er denn überhaupt bis dahin durchkäme. Schon oft habe es Ansätze zu einer Optimierung gegeben, doch seien sie immer daran gescheitert, dass man in den Naturraum hätte eingreifen müssen, etwa um die Anzahl der Parkplätze zu erhöhen oder die Durchgangsstraßen zu verbessern. Und eine Lösung, so der Stadtchef, sei mit erheblichen finanziellen Mittel verbunden. Als eine gute Lösung, wenn sie auch nicht ausreiche, sei die Schaffung einer Ruftaxi-Linie gewesen. Im vergangenen Jahr seien immerhin 258 Fahrten der Ruftaxis erfolgt.

    Komplette Sperrung für Autos

    Karl Müller (FWG) schlug eine komplette Sperrung für den motorisierten Individualverkehr im Wäldchen und in den angrenzenden Rheinauen vor. Nur so lasse sich das Wildparken, das Befahren der Flächen mit Quads und das Verkehrschaos beherrschen. „Wir sollten uns fragen, was ist uns das Wäldchen wert?“, formulierte er kritisch.
    Ob Kissel antwortet hierauf, ein Komplettsperrung für Autos in dem genannten Naherholungsgebiet bedeute, dass alle dortigen Einrichtungen wie Tennisclub, Kleingärten und Reitverein von ihren jetzigen Standorten verbannt werden müssten, da sie für die Mitglieder nicht mehr erreichbar wären.

    Isabel Mehlmann (fraktionslos) warf ergänzend ein, dass die Familienfreundlichkeit des Wäldchens erhalten bleiben sollte, was eine Erreichbarkeit mit dem Auto bedeutet, denn für Kinder könne nicht alles im Bus mitgenommen werden. Viele Familien benötigen etwa zum Transport aller Utensilien einen Boller- oder Kinderwagen. Zudem milderte sie das Gesagte über das Chaos im Wäldchen etwas ab, denn dies herrsche dort nur an wenigen, ganz speziellen Tagen, wenn im Tiergarten ein Sonderveranstaltung sei.

    Dr. Jürgen Neureuther (FDP) mahnte an, dass man nicht wegen weniger sehr gut besuchter Veransatltungen eine Buslinie kreieren könne, die das ganze Jahr über fahre und subventioniert werden müsse.

    Ausschuss soll Lösungen erarbeiten

    Allgemein anerkannt wurde im Ausschuss aber, dass für das Wäldchen Lösungen gefunden werden müssten. Der Antrag der Grünen wurde daher in den Haupt- und Finanzausschuss verwiesen, um kreative Ansätze zu erarbeiten.

    Baudezernet Uwe Franz wies daraufhin, dass es schon zahlreiche Überlegungen gebe, die noch mal diskutiert werden sollten. Angedacht sei etwa schon ein Kreisel an der Ludwigstraße auf Höhe der Jahnturnhalle mit Abzweig in den Friedrichsweg gewesen, um den Verkehrsfluss zu erhöhen, doch hätten dafür keine Finanzmittel bereit gestanden. Auch sei der Abfluss des Besucherverkehrs über die B9 erörtert worden, was sich bisher nicht realisieren ließe.

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