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  • Di., 27. Oktober 2020, 11:51 Uhr
    GRÜNE STADTRATSFRAKTION: "Stadt will Lebensmittelflächen für Stromproduktion versiegeln"

    Keine Photovoltaik auf fruchtbaren Ackerflächen!


    Sollen Ackerflächen nördlich von Pfeddersheim und südlich von Abenheim mit Solaranlagen zugebaut werden? Das fragt die Verwaltung am Mittwoch zum wiederholten Male den Stadtrat, der dies bislang abgelehnt hat.
    "Photovoltaikanlagen auf Ackerflächen sind in Deutschland grundsätzlich gesetzlich nicht zulässig. In der langen Diskussion um 'Tank oder Teller' wurde verstanden, dass fruchtbare Böden zu knapp und wertvoll sind, als dass man sie mit Solarpanels zustellen dürfte", erläutert Richard Grünewald, Vorsitzender der Grüne Stadtratsfraktion.
    Allerdings gibt es ein rechtliches Schlupfloch: Auf einem Streifen von 110 Metern neben Autobahnen lässt das EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) Solaranlagen zu, wenn die Gemeinde dazu ein Bebauungsplanverfahren durchführt.
    "Selbstverständlich ist die Erzeugung von grünem Solarstrom prinzipiell mehr als sinnvoll, wenn damit fossile Brennstoffe eingespart werden können.
Keineswegs sinnvoll ist es aber, statt dessen wertvolle Böden zu verheizen", so Grünewald.

    "Solaranlagen gehören aufs Dach"
    In der Pressemitteilung der Grünen heißt es weiter, dass Solaranlagen laut EEG sowie dem "Solarleitfaden" der SGD Süd auf Dächer, Deponien, Konversionsflächen oder Lärmschutzwände gehören, da sie dort nicht in Flächenkonkurrenz zur Erzeugung regionaler Lebensmittel stehen. Auch hier gilt der Grundsatz der 'Innenentwicklung vor Außenentwicklung'.
    "Noch immer werden in Deutschland Tag für Tag 60 Hektar - also 80 Fußballfelder - Boden versiegelt, obwohl die Bundesregierung diesen Landfraß bis 2020 auf unter 30 Hektar drücken wollte". Damit sei der Flächenverbrauch einer der großen Treiber von Naturzerstörung und eben auch des Klimawandels. Dem Klima mit Solarstrom helfen zu wollen und dafür gute Böden zu verbrauchen, hieße den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben, es wäre schlicht widersinnig, erklärt der Voristzende.
    Die Grünen befürchten, dass wo einmal erst Betonfundamente gegossen wurden und Wege ausgebaut und Starkstromkabel verlegt wurden, Begehrlichkeiten, immer weitere Flächen zu besiedeln wachsen würden und so in die Landschaft einzugreifen.

    "Bereits 2012 geisterte ein sogenannter 'Solarpark I' an gleicher Stelle durch die Planungen, dem dann ein 'Solarpark II' hätte folgen sollen. Statt dessen stehen dort heute Windräder, die ein Vielfaches dessen an Energie liefern, was auch der nun zur Diskussion stehenden Fläche möglich wäre".


    Großes Solarpotential in der Stadt
    Worms hätte sehr gute Solarinitiativen vorzuweisen, wie z.B. das Solarkataster, das schon vor Jahren zeigte, welche Dächer sich für eine Photovoltaik eignen. Das Flächenpotential sei weiterhin groß auf den vielen sehr großen Dächern für Industrie- und Logistikhallen oder Supermärkten. Die Stadt könne in ihren Bebaungsplänen die Solarnutzung voranbringen und solle diese Möglichkeit auch nutzen.
    Fruchtbare Ackerböden aber müssten  erhalten und nicht zugebaut werden, fordern die Grünen.

     

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