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  • Mo., 16. Juli 2018, 21:52 Uhr
    Grüne Stadtratsfraktion: Knappe Gewerbeflächen effektiv nutzen / Flächenineffizienz vermeiden

    „Keine weitere Logistik”

    Richard Grünewald (Grüne).


    „Wenn Vorräte zur Neige gehen, beginnt man klugerweise damit, sich einzuteilen. Das können schon relativ kleine Kinder. Schwieriger wird es, wenn alte Gewohnheiten dagegen stehen. Dass Worms aktuell nur wenige Gewerbeflächen anzubieten hat, ist ebenso bekannt wie der Umstand, dass die Wormser Bürger großflächigen Umwandlungen von Ackerflächen in Gewerbegebieten eine Absage erteilt haben”, so Richard Grünewald, Grüne Stadtratsfraktion. Einen moderater Flächenverbrauch schließe das nicht aus, aber eben nicht mehr im großen Stil des vergangenen Jahrhunderts, wie Grünewald erklärt.

    Also gelte es nun, mit dem knappen Gut der Fläche sorgsam und klug, sparsam und effizient umzugehen. In der Theorie klappe das sogar schon. So haben Stadt und IHK im Oktober 2017 in einer gemeinsamen Resolution einen „Strategiewechsel in der Wirtschaftsförderung” vereinbart. Weniger Quantität, dafür mehr Qualität, lautete ein Ziel. Es klang so, als habe man eine Lektion gelernt.

    Positive Beispiele

    Wenn also Boden nicht vermehrbar sei, „müsse es dann das Ziel sein, Betriebe mit geringem Flächenbedarf und hoher Wertschöpfung für Worms zu gewinnen”, so OB Kissel 2017 (siehe: https://nibelungen-kurier.de/worms-als-standort-der-wirtschaft-staerken/). Ein positives Beispiel sei jenes Softwareunternehmen, das sich in der Prinz-Carl-Anlage ansiedeln möchte. So können bei effizienter Flächennutzung, wenig Verkehr und Emissionen dennoch viele qualifizierte Jobs entstehen. So könnte Zukunft aussehen, betont Richard Grünewald.

    Logistik ist flächenineffizient

    In der Vergangenheit habe Worms einen starken Zuwachs der Logistikbranche erlebt (+39% von 1990-2012). Kaum eine Branche brauchte mehr Fläche pro Job und pro Einheit der Wertschöpfung. Darüber hinaus erforderte Logistik Bau und Unterhaltung umfangreicher öffentlicher Verkehrsinfrastruktur, die ihrerseits wieder Fläche schlucke. In Worms sei die Logistikbranche bereits überproportional vertreten und der damit verbundene Schwerverkehr schlage sich mit + 12% (2004-2014) negativ in der städtischen CO²-Bilanz nieder, erläutert der Grünen-Stadtrat.

    „Angesichts dessen fordern wir, was eigentlich auf der Hand liegt: Keine weiteren Flächen für Logistik!”, betont Grünewald. Denn wenn Flächen knapp seien und Logistik Flächen schlechter in Jobs und Ertrag umsetze als andere Branchen, dürfe man die knappe Ressource nicht länger an den schlechteren Wirt vergeben.

    Logistiker will mehr Fläche

    „Treiber der aktuellen Diskussion um eventuelle Gewerbeflächen an der Kläranlage ist der Erweiterungswunsch eines Logistikunternehmens. Dabei geht es nicht um ein par hundert Quadratmeter, sondern um Hektar. So richtig es im Grundsatz sein mag, Bestandsunternehmen Erweiterungen nicht zu verwehren, so falsch ist es aber im konkreten Fall angesichts endlicher Ressourcen und schlechter Effizienz”, meint Richard Grünewald.

    Abwassergebühren müssten Gewerbeflächen zahlen

    Damit in der Nachbarschaft der Kläranlage welches Gewerbe auch immer siedeln könne, würden erhebliche Investition in diese Kläranlage nötig werden. Bezahlt würde dies über steigende Abwassergebühren. Das sei nur dann zu verantworten, wenn pro Fläche viele qualifizierte Arbeistplätze entstehen, für die es auch Arbeitskräfte aus Worms gäbe, sieht es Grünewald an der Zeit „theoretisch schon formulierten Einsichten nun auch konsequentes Handeln folgen zu lassen. Denn bei Flächen gilt der schlichte Grundsatz: Was weg ist, ist weg.”

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