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  • Fr., 05. Juli 2013, 14:57 Uhr
    Wormser Kindergartenkinder entdecken die Welt der Haus- und Nutztiere

    Kind trifft Kuh: Lernort Bauernhof

    „Die sind so süß!“ Die sechsjährige Michelle ist hin und weg von den Hunden und Ziegen, die sich auf dem Hanauerhof frei bewegen dürfen. Mit dem Kindergarten der evangelischen Lukasgemeinde ist die kleine Wormserin nach Dielkirchen im Donnersbergkreis gereist. Gerade einmal zwei der Kinder haben schon einmal einen Bauernhof besucht. Der Hanauerhof soll als „Lernort Bauernhof“ spielerisch das Verständnis für Naturschutz und den Wert von Lebensmitteln wecken.

    Viele Kinder, die den Kindergarten der evangelischen Lukasgemeinde besuchen, kommen aus schwierigen sozialen Verhältnissen.

    Pädagogische Fürsorge für Kinder aus dem Wormser Nordend
    Sabine Hagelgans-Faber, Pfarrerin im Brennpunktviertel „Wormser Norden“, setzt sich dafür ein, dass auch diesen Kindern unter pädagogischer Fürsorge etwas geboten wird. Mit diesem Ziel ging es zum Bauernhof von Ulrike Alt. Seit 20 Jahren betreibt die Bauernhofpädagogin mit ihrem Mann in Dielkirchen den Hanauerhof. Begonnen hatte sie als Reittherapeutin, nach und nach kamen Qualifikationen in der Erlebnispädagogik, der tiergestützten Therapie und schließlich der Bauernhofpädagogik dazu. Mit ihrem Hof ist sie Teil des Förderprojekts „Lernort Bauernhof“ des Landes Rheinland-Pfalz.

    Für Ulrike Alt ist es ein großes Anliegen, dass Kinder schon früh mit artgerechter Haltung von Nutztieren in Berührung kommen: „Kinder sollen lernen, dass Tiere auch Bedürfnisse haben“, so das Ziel der Pädagogin. Auf dem Hanauerhof angekommen, dürfen die Kinder daher zuerst einmal dem großen Hausschwein „Wurschtel“ eine Bürstenmassage verpassen und „Pedro“, den kleinen grauen Esel, füttern.

    Die Sensibilisierung der Kinder für die artgerechten Haltung von Haus- und Nutztieren ist für Ulrike Alt ein wichtiges Ziel ihrer Engagements. Ebenso steht für die Bauernhofpädagogin jedoch die Beziehungsarbeit zwischen Kind und Tier im Vordergrund: „Bei mir können Kinder lernen, sich um Tiere zu kümmern und dass daraus ein wechselseitiges Verhältnis entstehen kann – gebe ich der Kuh Futter und Wasser, gibt sie mir Milch“, erklärt die Bauernhofpädagogin das Prinzip. „Die Kinder dürfen die Tiere auch kuscheln – das weiß man manchmal gar nicht, wer das mehr genießt“, lacht Ulrike Alt.

    Neben dem Ausführen von Pony, Esel, Ziege und Hunden an langen Leinen war für die Kinder das Reiten der Höhepunkt des Tages. Dafür kämmte die kleine Ronja voller Innbrunst die Mähne von Pony Floh und entschied kurzerhand: „Dich nenne ich jetzt Lilly.“ Schonend brachte Ulrike Alt der Nachwuchsreiterin bei, dass das Pony „ein Junge“ und Lilly daher kein passender Name ist – auch das gab’s zu Lernen an diesem Tag auf dem Bauernhof. Ermöglicht wurde der Ausflug der rund 60 Kinder zwischen vier und sechs Jahren zum Hanauerhof durch eine private Spende an die Evangelische Lukasgemeinde. Auch der Verein „MUT Mensch und Tier e.V.“ aus Imsweiler hat sich bei der Finanzierung beteiligt.

     

     

     

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