
Mit einem offenen Brief reagiert die katholische Kirche auf Irritationen rund um die katholische Kita St. Martin in Wiesoppenheim im Zuge der Sitzung des Jugendhilfeausschusses vom 11. Mai. Unter der Überschrift „Viel mehr Stadt und Land als Kirche drin“ berichtete der Nibelungen Kurier in der vergangenen Samstagsausgabe.
„Die Förderpolitik der Stadt Worms macht die Freien Träger seit Jahren zu Bittstellern und wälzt sämtliche unternehmerischen Risiken auf sie ab“, wendet sich mit Adriane Weinl die Geschäftsträgerin der katholischen Kindertageseinrichtungen im hiesigen Dekanat an die Stadt Worms. Es herrschten Bedingungen, die zum Beispiel in der Jugendhilfe undenkbar wären.
Von den geplanten vier Gruppen in Wiesoppenheim trägt die Kirche ihr zufolge in zwei Gruppen weiter den bislang im Gesetz geregelten Finanzierungsanteil mit bislang zehn Prozent der Personalkosten und 100 Prozent der Sachkosten. Darüber hinaus liegen die sogenannten Overheatkosten (Kosten für die Verwaltung und Beratung, Begleitung der Kindertagesstätte und Kassengeschäfte) zu 100 Prozent bei der Kirchengemeinde und dem Bistum.
„Damit tragen wir in erheblichen Umfang mit Kirchensteuermitteln dazu bei, den gesetzlichen Anspruch auf einen Kita-Platz, der sich an den Jugendhilfeträger richtet, in gemeinsamer Verantwortung umzusetzen“, so Weinl weiter. Die Aussage „95 Prozent stecken Land und Stadt drin“ sei somit falsch.
Im Gegensatz zu allen anderen Bistümern und den meisten evangelischen Landeskirchen in Rheinland-Pfalz werden laut der Expertin im Gebiet des Bistums Mainz die Personal-, Sach- und Instandhaltungsausgaben für Gruppen mit kirchlicher Bezuschussung (Erweiterungen werden auch in den anderen Orten von der Kirche nicht mitfinanziert) nach den bisherigen gesetzlichen Regelungen getragen. Andernorts sind höhere Refinanzierungsquoten bei gleicher gesetzlicher Lage längst Realität.
„Auf die katholischen Kindertagesstätten dürfen Sie stolz sein“, richtet sich Weinl in ihrem offenen Brief an die Stadtratsmitglieder, „in die wir auch als Kirche in den letzten Jahren viel Geld und Mühe investiert haben“. Letztendlich auch zur Entlastung der Stadt. Die Kirche sei weiterhin bereit, sich finanziell und als Träger der Einrichtung einzubringen.
Gegenüber Sozialdezernent Waldemar Herder sowie den verantwortlichen Stadtsratsmitgliedern, sie zu einem Dialog auf Augenhöhe einladen zu wollen. „Zum Beispiel bei einem baldigen Treffen von Stadtrat und Trägervertreter – gerne auch öffentlich und in einem unserer Kindertagesstätten und mit unseren Mitarbeitenden und den Eltern“, so Weinl abschließend.
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