Die Sanierungsarbeiten an der Simultankirche in Pfeddersheim erfolgten unter strengen denkmalpflegerische Aspekte
Kirchturm in neuem Gewand
Von links: Architekt Jürgen Hamm, Bürgermeister Hans-Joachim Kosubek, Dr. Irene Spille, Hannah Lunemann und Dr. Alexandra Fink begutachten die neue Farbgebung des Turms.
Er sieht aus wie neu – und doch ist er in seiner Optik wieder näher an seine ursprüngliche Gestaltung herangerückt: der Turm der Pfeddersheimer Simultankirche. Neben den baulichen Maßnahmen spielten bei der seit zwei Jahren laufenden Sanierung auch denkmalpflegerische Aspekte eine bedeutende Rolle. „Wir wollten so viel wie möglich erhalten, aber auch nicht zwanghaft zum Ursprung zurückkehren“, erläuterte Dr. Alexandra Fink von der Direktion Landesdenkmalpflege bei einer denkmalpflegerischen Ortsbegehung.
Spannend ist schon die Entstehungsgeschichte des Turms. Er wurde in drei Bauphasen, in drei historischen Epochen errichtet. Der untere Teil stammt aus dem Mittelalter, das Mittelstück aus dem Barock und das Glockengeschoss wurde abschließend im 19. Jahrhundert ergänzt. „Somit liegen natürlich auch verschiedene Bauweisen vor“, beschreibt Architekt Jürgen Hamm einen wichtigen Aspekt der Sanierungsarbeiten.
Und gerade die denkmalpflegerischen Maßgaben sind zeitintensiv. „Alleine über die Farbgebung der Fassade gab es lange Gespräche und mehrere Bemusterungen, bevor wir zu einer Entscheidung gelangten“, erklärte Dr. Irene Spille von der Unteren Denkmalschutzbehörde.
Bereits im vergangenen Jahr hatte eine Fachfirma die Balustrade am Turmhelm in Schuss gebracht und teilweise alte, marode Stücke durch neue ersetzt. Auch Teile des Dachstuhls und die Schiefereindeckung des Dachs wurden 2015 teilerneuert – in einer Höhe von bis zu 47 Metern. Unter der Balustrade prangt nun wieder eine weitere Besonderheit: eine erhaltene Sonnenuhr, die, frisch angestrichen, wieder aussieht wie neu.
„Somit stehen nur noch kleinere Restarbeiten aus, etwa am Sockel, die wir erst dann ausführen können, wenn das Gerüst abgebaut ist“, berichtet Hannah Lunemann vom Architekturbüro Jürgen Hamm. Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auch eine knappe Million, 80 Prozent werden vom Land gefördert.