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  • Mi., 25. September 2013, 22:15 Uhr
    Haupt- und Finanzausschuss stimmt vorbehaltlich Wirtschaftlichkeit und Genehmigung der Kommunalaufsicht für das Projekt

    Kita in der Prinz-Carl-Anlage rückt immer näher

     

    Ab dem Jahr 2015 könnte in der Prinz-Carl-Anlage eine Kita mit 120 Plätzen ihre Pforten öffnen. Foto: Gernot Kirch


    Von Gernot Kirch Die Stadt Worms hat den Ansturm auf Kitaplätze für unter dreijährige Kinder, für die seit dem 1.August ein Rechtsanspruch besteht, erfolgreich bewältigt. Aber dies nur, weil für Buben und Mädchen, für die kein Kita-Platz mehr frei war, die Betreuung bei Tagesmüttern kostenfrei ermöglicht wurde. Insgesamt werden in der Nibelungenstadt etwa 150 Buben und Mädchen von Tagesmüttern versorgt.

    Mit Tagesmüttern und Kitas erreicht Worms eine Versorgungsquote von 22 Prozent der U3-Kinder. Mittelfristig braucht die Stadt aber Plätze für mindestens 31 Prozent, dies hat eine Studie ergeben. In konkreten Zahlen bedeute dies, Worms wird zum Jahresbeginn 2014 rund 450 U3-Plätze anbieten können, es fehlen aber dann immer noch rund 190. Und dieser Fehlbestand ist nicht gleichmäßig auf das Stadtgebiet verteilt, sondern konzentriert sich auf das Zentrum, während in den Vorort tendenziell eher zu viele Plätze existieren. Die U3-Kinder dort einzugliedern geht nicht, weil die Eltern oft gar kein Auto haben, um ihre Kleinen dorthin zu fahren. Und selbst wenn, wäre dies kein langfristig Lösung, denn es gibt den Grundsatz, "Kurze Beine, kurze Weg". Was letztendlich bedeutet, es muss eine zentrumsnahe Lösung gefunden werden

    Langfristig Kita am Fischmarkt
    Langfristig ist daher der Bau einer Kita für sechs bis sieben Gruppen auf dem Freigelände am Fischmarkt (hinter der Polizei an der Hagenstraße) geplant. Doch lässt sich dieses Vorhaben nicht rasch realisieren, da aufgrund der „wertvollen” Lage, ein dreistöckiges Gebäude entstehen soll, das über die Kita-Nutzung etwa auch städtische Einrichtungen beherbergen könnte. Als Übergangslösung ist daher eine mobile Kita, eine Art Container-Lösung, in der Prinz-Carl-Anlage für acht Gruppen im Gespräch.

    Container-Lösung in der Prinz-Carl-Anlage
    Der Haupt- und Finanzausschuss hat sich am Mittwochnachmittag daher mit der Problematik beschäftigt und sich mehrheitlich bei fünf Enthaltungen und keiner Gegenstimme für eine mobile Kindertagesstätte in der Prinz-Carl-Anlage ausgesprochen. Die Kita wird 7,1 Millionen Euro als Kaufpreis kosten. Eine Anmietung hätte, egal wie lange man sie leiht, acht Millionen Euro gekostet. Die Kita soll acht Gruppen Platz bieten, was insgesamt 120 Plätzen entspricht. Die Kinder sollen zwischen acht Wochen und sechs Jahre alt sein. Bei rascher Umsetzung könnten die Kita im Jahr 2015 öffnen.

    Realisierung nur unter Vorbehalt
    Die Zustimmung des Haupt- und Finanzausschusses ist allerdings nur unter Vorbehalt erfolgt. Dies ist einmal die Genehmigung durch die übergeordneten Kommunalaufsichtsbehörde, welche die Notwendigkeit, also die finanziellen Erfordernisse, anerkennen muss. Der zweite Vorbehalt des Ausschusses betrifft die grundsätzliche Überlegung, ob es nicht zweckmäßiger wäre, gleich mit den Planungen für den Fischmarkt zu beginnen, anstatt eine Zwischenlösung in der Prinz-Carl-Anlage anzustreben.

    Hierzu erklärte allerdings OB Kissel, dass eine Realisierung eines dreigeschossigen Gebäudes am Fischmarkt mit einer weitergehenden Nutzung als nur einer Kita rund zehn bis 15 Millionen Euro kostet und eine Fertigstellung etwa erst um das Jahr 2017 möglich sein wird. Bezüglich der zusätzlichen Nutzung sagte das Stadtoberhaupt, dass dort etwa Teile der städtischen Verwaltung untergebracht werden könnten.

    Endgültig Entscheidung im Stadtrat
    Nun erfolgt eine Prüfung der Pläne zur Realisierung in der Prinz-Carl-Anlage wie auch am Fischmarkt, sodass die endgültig Entscheidung wo und welche Kita gebaut wird, im Winter 2013 im Stadtrat erfolgen soll.

    Noch nicht entschieden ist auch über die Trägerschaft, ob städtisch oder anderer Träger, etwa Kirchen oder Verbände. Prinzipiell gibt das Gesetz zwar einem freien Träger den Vorrang, doch ist dies an einen Eigenanteil des Trägers gekoppelt. Und bisher hat sich Worms kein freier Träger für das Projekt gefunden.

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