Regionales Kirchenparlament der Evangelischen Kirche tagt in Gimbsheim / Wolfgang Horlebein verabschiedet / Erreichbarkeit oberstes Gebot
Klare Worte gegen Fremdenfeindlichkeit
Regina Vatter, Christian Berg, Pfarrerin Christina Jammers, Alexander Ebert, Pfarrerin Jutta Herbert, Pfarrer Harald Storch und Bernd Weirauch (von links) bilden den Vorstand des Evangelischen Dekanats Worms-Wonnegau.
„Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes - diese Bewegung ist schon vom Namen her Unfug, denn wir verdanken unsere Herkunft als Glaubensgemeinschaft vielmehr dem Morgenland”, wandte sich Dekan Harald Storch am vergangenen Dienstag in Gimbsheim an die Synodalen des Evangelischen Dekanats Worms-Wonnegau, die als Auftakt zur anschließenden Tagung eine gemeinsame Andacht feierten. Auch für Donald Trump, „der vor allem Gift und Galle von sich gibt” und Frauke Petry, „die sicherlich niemand als Nachbarin haben will” sowie die „infamen Unterstellungen gegen Mesut Özil”, fand Storch deutliche Worte. „Nicht mehr Fremde ohne Bürgerrecht oder Gäste, sondern Mitbürger der Heiligen - dieser Satz aus dem Epheser-Brief erinnert daran, dass wir alle einmal Fremde waren”, so der Geistliche. Auch als die ehemaligen Dekanate Worms und Osthofen 2001 fusionierten, habe man „gefremdelt, heute gehören wir jedoch längst zusammen”, was auch die Zusammensetzung des Dekanatssynodalvorstands zeigt, diesem gehören an: Alexander Ebert aus Osthofen (Vorsitzender), Bernd Weirauch aus Hamm (stellvertretender Vorsitzender), Pfarrer Harald Storch aus Worms (Dekan), Pfarrerin Jutta Herbert aus Worms (stellvertretende Dekanin), Christian Berg aus Worms (Gemeindeglied der Wormser Luthergemeinde), Pfarrerin Christina Jammers aus Gimbsheim sowie Regina Vatter aus Eich. Die Vorstandsmitglieder wurden am 1. Februar gewählt und nun im Rahmen der Synodentagung von Dekan Harald Storch offiziell eingeführt.
Wolfgang Horlebein verabschiedet
Im Rahmen der Andacht wurde zudem Wolfgang Horlebein, Gemeindepädagoge der Wormser Luthergemeinde, in den Ruhestand verabschiedet. 36 Jahre lang - beinahe seine gesamte Dienstzeit - engagierte sich Horlebein für die Mitarbeitervertretung des Evangelischen Dekanats Worms-Wonnegau. "Mit Wolfgang Horlebein als Personalvertreter des Dekanats ging die Arbeit immer Hand in Hand", brachte der DSV-Vorsitzende Ebert seine Wertschätzung zum Ausdruck. Damit der Rentner in spe sich nun auch bald wortwörtlich zur Ruhe setzen kann, überreichten Alexander Ebert und Dekan Storch einen Gutschein für eine Holzbank.
Erreichbarkeit oberstes Gebot
Mit einem Vortrag über die sozialen Medien wurde die Tagung des regionalen Kirchenparlament im evangelischen Gemeindehaus eröffnet. Yvonne Schnur, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit im Evangelischen Dekanat Worms-Wonnegau, informierte über das Potenzial der zahlreichen neuen Kommunikationskanäle sowie über die Fallstricke, die es in diesem Zusammenhang zu beachten gelte. So sei etwa die Erreichbarkeit oberstes Gebot, wolle man etwa als Kirchengemeinde bei facebook aktiv sein. Während eine Gruppe von Konfirmanden und möglicherweise auch Kirchenvorstehern effektiv über WhatsApp organisiert werden könne, sei ein Auftritt bei facebook eine Gelegenheit für die Kirche, Dialogbereitschaft zu signalisieren, so Schnur weiter. Gleichwohl dürfe nicht vergessen werden, dass die 22% „Nonliner” in Deutschland weiterhin über die klassischen Kanäle erreicht werden müssen, also etwa über die lokalen Medien, mittels Flyer oder auch durch den Gemeindebrief - zumal die Nutzung von Online-Medien mit etwa 60 Jahren rapide zu sinken beginnt. Als zusätzlicher Kommunikationskanal zur Kontaktpflege der kirchlich Verbundenen sowie zur Kontaktaufnahme mit Interessierten stelle facebook jedoch ein durchaus nützliches Instrument dar.
Zahlreiche Wahldurchgänge bestimmten den weiteren Verlauf der Tagung, denn es galt, Ausschüsse für folgende Arbeitsbereiche zu bilden: Gemeindepädagogik, Partnerschaft zwischen der EKHN und der GMIM (Christlich-Evangelische Kirche in Minahasa), Familienbudget, Diakonie, Mission und Ökumene, Erwachsenenbildung , Kirchenmusik, Schöpfung und Umwelt, Kirchentag, Familienbildung und Besuchsdienst.