Fr., 20. Dezember 2013, 14:12 Uhr | PR-Anzeige
Kleider machen Leute...
... wie nicht nur der Schweizer Dichter Gottfried Keller wusste, Autor der gleichnamigen Novelle von 1874, die von einem Hochstapler aus armen Verhältnissen handelt, der es einzig durch gehobene Kleidung und entsprechendes Auftreten weit bringt. Was für das 19. Jahrhundert gilt, hat auch heute noch seine Gültigkeit: Anzüge sind heute zwar weniger steif, aber immer noch ein echtes Statement in Punkto Eleganz und Stilbewusstsein.
Geschichtlicher Abriss
Damals waren Anzüge noch Gehröcke für förmliche Anlässe und Standessymbol des Bildungsbürgertums wie z.B. Geschäftsleute, Ärzte und Beamte. Den Gehrock kombinierte man mit Hemd, Weste, einer langen Hose im Nadelstreifenmuster, während als Kopfbedeckung ein Zylinder nicht fehlen durfte.
Im Zeitalter des Biedermeiers schneiderte man Herrenanzüge körperbetont mit schmaler Taille. Ab 1850 wurde der geknöpfte Hosenschlitz eingeführt. Noch zehn Jahre später wiesen Herrenhosen noch auffällige Streifen- und Karomuster auf und waren meist aus hellem Stoff gewebt. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden Hosen dann dezenter auf Farbe und Schnitt des „Rocks" abgestimmt.
Anzüge heute
Besonders elegante Herrengarderobe wie Frack, Smoking und Cutaway erinnert noch an die Ursprünge des Herrenanzugs als Gehrock. Heute sind Anzüge bis auf den konservativen Geschäftsanzug weitaus weniger förmlich und
in zahlreichen Formen, Farben und Schnitten erhältlich. Klassischerweise besteht ein Anzug aus einem Zwei- oder Dreiteiler mit Jacket/Sakko und Hose bzw. Weste aus dem gleichen Obermaterial. Stilikonen wie James Bond tragen ihn, aber auch Sänger und Schauspieler wie Frank Sinatra, David Bowie, Johnny Depp, John Lydon oder Pete Doherty. Letztere nutzen Anzüge für ihren unverwechselbaren Look, der nicht zuletzt von gekonnten Stilbrüchen geprägt ist.
Bevor man jedoch zum Anzug greift, sollte man sich über den jeweiligen Anlass und die eigenen körperlichen Maße Gedanken machen.
- Schlanke und sportliche Männer greifen am besten zu schmalen und kurzen Anzügen.
- Untersetzte Herren sollte man niemals in zu lange Sakkos stecken, das diese den Oberkörper optisch auf Kosten der Beine verlängern, sodass diese noch kürzer aussehen als sie tatsächlich sind.
- Kräftigere Männer sollten auf die richtige Passform achten, die gut sitzen sollte, anstatt auf „Geräumigkeit" zu setzen. Schließlich lässt diese auch den Körper breiter erscheinen.