Klinikum Worms ermöglicht kostenfreie Behandlung: Der 6-jährige Sebastiao Ismael kann optimistisch in die Zukunft blicken
Kleiner Junge aus Angola hofft auf Heilung
Der kleine Sebastiao Ismael beim spielen.
Vor wenigen Wochen kam der sechsjährige Sebastiao Ismael über die caritative Stiftung „Friedensdorf“ ins Klinikum Worms. Er stammt aus einem angolanischen Dorf. Dort zog sich der kleine Junge einen schweren Knochenbruch am linken Schienbein nahe des Kniegelenks zu. Wie das geschah ist nicht völlig klar – er könnte auch Opfer häuslicher Gewalt geworden sein, was man aus seinen Bemerkungen vielleicht schließen könnte, aber es gibt dafür keine Sicherheit.
Sebastiao kam nach seinem langen Flug zusammen mit anderen kranken Kindern aus Angola über den Flughafen Düsseldorf mit einem großen Splitter des Schienbeines, der nach außen durch die Haut gestoßen war, im Wormser Klinikum an. Es war zu Hause zu Eiterungen und offenen Stellen gekommen. In Angola wurde er mehrfach operiert, aber die Ärzte sahen ihre Möglichkeiten als begrenzt an und stellten das Kind im Kinderkrankenhaus der Hauptstadt Luanda vor. Dort werden Kinder mit Knocheneiterungen von ärztlichen Mitarbeitern der Stiftung Friedensdorf e.V. untersucht und im Falle der Notwendigkeit ausgewählt, um in Deutschland mittels moderner Technik geheilt zu werden. Eine fortschreitende Knocheneiterung endet meist unbehandelt mit einem frühen Tod für diese Kinder.
Aktuell wird Sebastiao Ismael im Klinikum Worms von einem interdisziplinären Team aus Unfallchirurgen, Kinderärzten und Pflegekräften versorgt. Der Chefarzt des Zentrums für Unfallchirurgie, Orthopädie und Handchirurgie des Klinikums, Prof. Dr. Jochen Blum, hat bereits die entscheidenden Operationen durchgeführt und es zeichnet sich schon jetzt ab, dass der sechsjährige mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit geheilt wird. Inzwischen darf er auch schon wieder laufen und wenn die Wunden weiterhin gut heilen, wird Sebastiao Ismael bald im Friedensdorf in Oberhausen mit anderen angolanischen Kindern weiterbetreut und kann dort das Weihnachtsfest unter Kindern erleben.
Dort erhalten die Kinder neben weiterer Krankengymnastik auch pädagogische Betreuung, bis dann im Mai der gemeinsame Rückflug nach Angola ansteht. Dieses Projekt ist nur mit hohem ehrenamtlichem Engagement und auch mit Kliniken, die eine kostenfreie Behandlung bieten, möglich. Das Klinikum Worms ist hier seit über 20 Jahren dabei.