Den Temperaturanstieg Deutschlands der Jahre 1881 bis 2018 veranschaulicht die Graphik des britischen Klimawissenschaftlers Ed Hawkins auf einen Blick: Umso dunkler das Rot eines Streifens, desto heißer das Jahr. Graphik: #ShowYourStripes (www.showyourstripes.info)
VON FLORIAN HELFERT | Für seine Fraktion der Grünen las Patrick Obenauer den bereits medial angekündigten Antrag zum Ausrufen eines Klimanotstandes am Mittwoch gegen Ende der Ratssitzung vor. Da die im Wormser Klimaschutz und Energieeffizienzkonzept KLIK genannten Ziele bisher nicht erreicht worden seien, forderten die Grünen zudem, weitergehende Maßnahmen zum Klimaschutz zu beschließen – wie beispielsweise das Anpflanzen von 500 Bäumen innerhalb von drei Jahren. „In Landau hat CDU-Stadtoberhaupt Thomas Hirsch als erster rheinland-pfälzischer Oberbürgermeister am Dienstag den Klimanotstand bereits ausgerufen“, appellierte Obenauer an Adolf Kessel, in Worms nachzuziehen. Demgegenüber warf Ludger Sauerborn als ehemaliger Grüner für die Fraktion der AfD später ein, dass das Ausrufen eines Klimanotstandes reine Symbolpolitik und unseriös sei. „Hier zitiere ich Freiburgs Umweltbürgermeisterin Gerda Stuchlik – von den Grünen“, bemerkte Sauerborn süffisant. Dennoch begrüße er einzelne, wenn auch nur „verzagt geforderten“ Maßnahmen. „Statt nur 500 Bäumen in drei Jahren“, so Sauerborn, „fordern wir 1000 und einen Baum in nur einem Jahr im Stadtgebiet neu anzupflanzen“.
Bürgermeister verteidigt Umweltabteilung
Als Umweltdezernent wehrte sich Hans-Joachim Kosubek wiederum gegen die „schlichtweg falsche“ Behauptung, dass die Ziele des Klimaschutzes in Worms verfehlt worden seien. In der April -Sitzung des Umweltausschusses sei ausführlich über den Stand der Umsetzung sowohl des Klimaschutz- und Energieeffizienzkonzeptes als auch des Konzeptes zur Anpassung an den Klimawandel berichtet worden.
Dass pro Jahr nur ein Prozent des Gebäudebestandes in der Domstadt energetisch saniert werden würden, bedauerte Kosubek. „Es müssten drei Prozent sein“, gab er zu verstehen – und kritisierte die Bundesländer, welche eine Steuerabschreibung wie bei erfolgreichen Sanierungen von denkmalgeschützten Häusern leider verhindert hätten. Außerdem nutze er die Debatte, um seiner Umweltabteilung für ihre hervorragende Arbeit ausdrücklich zu danken. Ein Lob, welchem sich alle Fraktionen gerne anschlossen.
JuPa und „Fridays for Future“ arbeiten an Antrag
„Unser Anliegen ist“, sagte Richard Grünewald als Fraktionsvorsitzender der Grünen, „dass wir nachlegen müssen“. Ein Appell, welchen Lukas Böhm und Isabelle Lieffertz für die „Fridays for Future“-Bewegung gerne aufgriffen. „Gemeinsam mit dem Jugendparlament arbeiten wir ebenfalls an einem Antrag“, kündigten die Beiden gerne an. Abschließend nahmen sie ebenso wie der bestens besuchte Zuschauerraum zur Kenntnis, dass der Antrag in den Umwelt- und Agrarausschuss sowie in den ebenfalls betroffenen Mobilitätsausschuss verwiesen wurde.