„Durch die Glocken findet Gott Resonanz in der Gesellschaft“
Klingt gut
Glockenweihe für das neue Dreigespann am Sonntag durch den Weihbischof.
Nachdem sie im Jahre 1942 unter ungeklärten Umständen bereits ihre beiden Schwestern verloren hatte, war es an der verbliebenen Petrusglocke, die Osthofener auf ihren Lebenswegen lautstark zu begleiten. Als Einläuten neuen Lebens bei der Taufe, als ebendessen Festigung mit der kirchlichen Trauung und selbst an unserem letzten Tag auf Erden begleitete uns das Sterbegeläut der Petrusglocke. Wacker schlug sie sich zudem lange im Konzert gegen die überlegenen Oktavgeläute der Bergkirche und der kleinen Kirche in Osthofen. Doch auch ein Klangkörper währt nicht ewig und so sorgte ein Riss in der Oberfläche für das vorzeitige Karriereende unserer unabsichtlichen Solistin.
Die Stille sollen künftig die drei neuen Glocken mit Klang erfüllen. Bereits zum Begrüßungsgottesdienst Anfang Juli durften die Osthofener sich ein Bild von den Neuankömmlingen machen als das Dreiergespann zwischen den Bänken gut sichtbar ausgestellt war. Über eine Glockenbörse war man auf die Nachfolger aufmerksam geworden. Ähnlich groß wie damals war das Interesse auch am Sonntag des 9. September. Mehr Besucher als Plätze erschienen zum Pontifikalamt des Weihbischoffs Dr. Udo Markus Bentz, der angereist war um das willkommene Trio zu segnen. Die Stimmgewalt der versammelten Kirchenchöre aus Dittelsheim-Heßloch und aus Westhofen, sowie des Kirchenmusikvereins Osthofen selbst vermittelten eine ungefähre Vorstellung wie prächtig früher einmal jede Messe geklungen haben muss.
Der Weihbischoff des Bistums Mainz hebt die vielfachen Funktionen der Glocken hervor. Sie erklängen laut und riefen die Menschen beisammen, gleichzeitig durchbrächen sie die Dauerbeschallung durch den Lärm des Alltags und schüfen Einkehr. „Durch die Glocken findet Gott Resonanz in der Gesellschaft“. Dann schreitet Dr. Udo Markus Bentz zur Glockenweihe. Kurz kehrt Sille ein in das Haus des heiligen Remigius. Für einen Moment ist gar das Wasserspiel des äußerlichen Stufenbrunnens zu vernehmen bevor die Osthofener zum ersten Mal einen Eindruck vom Klang ihrer drei zukünftigen Gefährten erhalten. Dreimal erklingt jede Glocke, wobei die Orgel in ihrer Antwort auf den jeweils letzten Glockenschlag, dessen Ton kunstvoll wieder aufgreift.
Im Laufe der Woche soll die Dreiheit in den Turm eingehängt werden, bevor die Kirchenglocken am Sonntag, dem 30. September eingeläutet werden und fortan mit ihrem C-Moll das Klangspiel der Bergkirche, sowie der kleineren Kirche in sieben verschiedenen Variationen harmonisch ergänzen.