Auf dem 21. Rheinland-Pfälzischen Gynäkologentag in Mainz, der vom 18. bis 19. Juli 2014 stattfand, hat das Team der Frauenklinik des Klinikums Worms um Professor Dr. Thomas Hitschold zum wiederholten Mal einen Wissenschaftspreis gewonnen. Nachdem im vergangenen Jahr eine Arbeit aus dem Bereich der Onkologie prämiert wurde, war es diesmal ein geburtshilfliches Projekt.
Linda Hunold, Assistenzärztin der Frauenklinik, hatte im Rahmen ihrer Doktorarbeit untersucht, welche schwangeren Patientinnen mit vorzeitigen Wehen von einer länger dauernden Wehenhemmung profitieren und welche nicht. Schon lange ist bekannt, dass die klassische Infusionstherapie zur Wehenhemmung, die sog. Tokolyse, meistens nur für zwei bis sieben Tage wirkt.
1.200 Behandlungen ausgewertet Eine darüber hinausgehende Schwangerschaftsverlängerung konnte mit statistischen Methoden nicht nachgewiesen werden. Linda Hunold hat nun anhand der Auswertung von über 1.200 Behandlungen, die in den letzten zwei Jahren am Klinikum Worms durchgeführt worden sind, gezeigt, dass es sehr wohl Patientinnen gibt, die von einer verlängerten Tokolysedauer profitieren. Gerade im Bereich der frühen Frühgeburt unterhalb der 30. Schwangerschaftswoche konnte hiermit eine wichtige Schwangerschaftsverlängerung erreicht werden.
Diese Ergebnisse wurden mit der sog. Bolustokolyse erzielt, bei der das wehenhemmende Medikament nicht als Dauertropfinfusion, sondern in einzelnen kleinen Dosen alle vier oder acht Minuten verabreicht wurde. Hierzu sind spezielle Infusionsgeräte erforderlich. Dieses Ergebnis ist deswegen besonders interessant, weil seit dem Herbst des letzten Jahres die klassische Tokolyse mit Dauertropfinfusion aufgrund von beobachteten Nebenwirkungen nicht mehr länger als 48 Stunden verabfolgt werden darf. Für die Bolustokolyse werden die publizierten Daten zu dieser Fragestellung gerade ausgewertet.
Der wissenschaftliche Vorstand des Mainzer Kongresses und das Publikum stimmten in Mainz am letzten Wochenende schriftlich und anonym darüber ab, welcher Vortrag hinsichtlich des wissenschaftlichen Gehaltes, der Bedeutung für die tägliche Arbeit und der didaktischen Darbietung den diesjährigen Preis erhalten sollte. Insgesamt ist es bereits die fünfte Auszeichnung für das Team der Frauenklinik des Klinikums Worms.
In den letzten Jahren wurden Arbeiten zur Treffsicherheit der geburtshilflichen Ultraschalluntersuchung, zu speziellen geburtsmechanischen Problemen übergroßer Kinder, zum Schwangerschaftsdiabetes, zur psychischen und körperlichen Verfassung von Krebspatientinnen unter Therapie und zur Kernspinuntersuchung der Brust im Rahmen der Abklärung von Brusttumoren ausgezeichnet.