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  • Do., 06. Juli 2017, 18:41 Uhr
    Der 4-jährige Feliciano aus Angola wurde aufgrund einer lebensbedrohlichen Knocheneiterung bereits dreimal operiert

    Klinikum Worms hilft Kind nach Raubtierattacke

    Feliciano wurde von Prof. Dr. Jochen Blum bereits dreimal operiert. Jetzt befindet sich der angolanische Junge auf dem Weg der Besserung.


    Von Gernot Kirch Gerade einmal vier Jahre alt und schon von den Härten des Lebens maximal gezeichnet: Der kleine Feliciano wurde im afrikanischen Angola von einem oder mehreren Raubtieren, eventuell Schakale, angriffen und schwer verletzt. An den genauen Hergang kann sich der Junge, der damals noch drei Jahre alt war, nicht erinnern. Er selbst spricht von einem großen bösen Tier. Als Folge erlitt er einen dramatischen Bruch seines linken Oberschenkels mit der Folge einer langwierigen Knocheneiterung und des Absterbens eines Teils seines Oberschenkelknochens. In seiner Heimat Angola gab es keine Chance auf eine Heilung. So kam der angolanische Junge vor einigen Wochen über die caritative Stiftung „Friedensdorf e.V.“ ins Klinikum Worms, wo er kostenfrei behandelt wird. Die Knocheneiterung war lebensbedrohlich, dazu war er aufgrund des Defektes nicht gehfähig und litt unter höllischen Schmerzen.

    Rettung in Worms

    Die Ärzte in Angola, einem Land, welches in der Folge von Krieg und Terror weiterhin mit Mangelernährung, fehlender Hygiene wie auch unzureichender medizinischer Versorgung kämpft, sahen die einzige Rettung in einer Behandlung in Worms. Aus diesem Grund hatte der Verein „Friedensdorf“ aus Oberhausen auch Feliciano ausgewählt, um ihn in Deutschland behandeln zu lassen. Im Mai 2017 ist der kleine Feliciano mit einem Sammelflieger, in dem etwa 40 Kinder waren, nach Deutschland geflogen worden. Vom Flughafen Düsseldorf ging es direkt ins Klinikum Worms. Hier feierte der tapfer Junge weit ab von Eltern und Familie seinen 4. Geburtstag. Inzwischen wurde er bereits dreimal operiert. Feliciano wird im Team von Ärzten und Schwestern der Kinderklinik und der Unfallchirurgie/Orthopädie gemeinsam behandelt. Prof. Dr. Jochen Blum, der Chefarzt des Klinikums in Bereich Unfallchirurgie/Orthopädie, hat bei den Operationen die Eiterherde sanieren und die abgestorbenen Knochenanteile beseitigen können. Somit fehlt Feliciano ein Stück Knochen in seinem Bein. Prof. Dr. Jochen Blum sagte jedoch, dass bei Kindern bis zu einem Alter von etwa fünf Jahren, Knochen nachwachsen. Das ganze Klinikum hofft jetzt, dass der Knochen wieder wächst und Feliciano irgendwann wie ein ganz normaler Junge herumtoben kann.

    Erholung im Friedensdorf

    Zunächst wird Feliciano jetzt aber ins „Friedensdorf“ nach Oberhausen transportiert, um sich dort vom Operationsstress zu erholen und Kraft zu tanken. Ende August kommt er wieder nach Worms ins Klinikum. Dann ist die Stunde der Wahrheit. Auf jeden Fall steht eine vierte Operation an. Hoffentlich der letzte Eingriff. Läuft alles gut, kann Feliciano im Herbst zurück nach Angola fliegen und dort endlich wieder seine Eltern in die Arme schließen. Eine Lebensbedrohung besteht für Feliciano übrigens nicht mehr.

    Klinikum hilft seit Jahren

    Das Wormser Klinikum behandelt schon seit rund 15 Jahren kostenlos schwer erkrankte Kinder, die durch den Verein „Friedensdorf“ nach Deutschland geflogen werden. Auch in den nächsten Jahren wird diese Notwendigkeit nicht weniger werden, denn die Krisen der Welt nehmen eher zu und die Behandlungsmöglichkeiten in vielen Teilen der Welt weisen noch lange nicht den Standard wie in Europa auf. Prof. Dr. Jochen Blum betreut solche Kinder in Worms bereits seit 12 Jahren, davor war in Mainz an der Uniklinik und hat dort ebenfalls an dem Hilfsprogramm teilgenommen.

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