
Der Aufenthalt auf einer Intensivstation ist für Patientenangehörige oft ungewöhnlich und nicht selten eine große Belastung. Allein die Sorge um den Patienten bedeutet meist einen psychischen Ausnahmezustand. Hinzu kommt eine befremdlich wirkende Umgebung mit modernsten High-Tech-Geräten, Alarmtönen und Schutzkleidung. Umso wichtiger ist es, neben der optimalen medizinischen Versorgung der Intensivpatienten, auch deren Angehörige mit besonderer Zuwendung zu betreuen. Dass der fürsorgliche Umgang mit Patientenangehörigen auch am Klinikum Worms höchste Priorität genießt, bestätigt die jüngst erfolgte Zertifizierung der Intensivstation als „Angehörigenfreundliche Intensivstation“.
Mit diesem, von der Stiftung Pflege e.V. vergebenen Qualitätssiegel verbindet sich der Anspruch, dass nicht nur Patienten medizinisch und pflegerisch bestens versorgt werden, sondern auch die individuellen Lebensumstände und der Austausch mit den Angehörigen in einer angenehmen Atmosphäre Berücksichtigung finden.
„Hierzu gehören eine offene Besuchszeitenregelung und die bestmögliche Unterstützung durch Ärzte und Pflegekräfte, um sich in der ungewohnten Situation zurecht zu finden“, erklärt Privatdozent Dr. Egbert Hüttemann, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Klinikum Worms. „Der Besuch von Angehörigen und nahe stehenden Menschen ist für unsere Intensivpatienten sehr wichtig. Studien belegen, dass die Anwesenheit von Angehörigen einen positiven Einfluss auf die Genesung hat. Auf unserer Intensivstation gibt es deshalb individuelle mit den Ärzten und der Pflege abgesprochene Besuchszeiten. Den Angehörigen ist es somit möglich, den Patienten vormittags oder nachmittags zu besuchen. Außerdem bieten wir zweimal täglich eine Angehörigenvisite mit unseren Ärzten an. Darüber hinaus gibt es einen Informationsflyer als Wegweiser für unsere Angehörigen. Zusätzlich wurde der Besucherraum besonders freundlich umgestaltet, um den Bedürfnissen der Angehörigen noch besser gerecht zu werden.“
Besonders wichtig ist dem Ärzte- und Pflegeteam der Intensivstation das Einbeziehen der Angehörigen in den Pflege- und Genesungsprozess. „Für viele Menschen ist der Anblick der vielen Geräte verwirrend und beängstigend, besonders wenn sie Ihren Angehörigen daran angeschlossen finden. Wir fordern die Angehörigen beispielsweise auf, den Patienten zu berühren oder etwas aus seinem persönlichen Umfeld zu erzählen“, so Privatdozent Dr. Egbert Hüttemann weiter. „Die Angehörigen können so einen wichtig Beitrag dazu leisten, um dem Patient den Aufenthalt auf der Intensivstation zu erleichtern.“
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