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  • Fr., 16. August 2013, 00:31 Uhr
    Im Rahmen einer Buchpräsentation setzte sich die LINKE kritisch mit den Euro-Gegnern der „Alternative für Deutschland“ auseinander

    Knopf bekennt sich klar zu Europa

    Bundestagskandidat Sebastian Knopf von den LINKEN und Buchautor Andreas Kemper im Gespräch. Foto: Gernot Kirch


    Von Gernot Kirch Die Wormser Stadtratsfraktion der LINKEN hatte am Donnerstagabend ins Brauhaus Zwölf Apostel zu einer Buchpräsentation und anschließender Diskussion eingeladen. Gastredner war der Soziologe und Autor Andreas Kemper aus Münster. Er stellte sein Buch „Rechte Euro-Rebellion“ vor. Im Buch wie auch in der folgenden Gesprächsrunde ging es in erster Linie um die im April 2013 als Anti-Euro-Partei gegründet “Alternative für Deutschland“ (AfD), aber auch um den Neoliberalismus, Nationalismus und die weltweite Finanzmarktkrise und deren Folgen.

    Insgesamt litt die Veranstaltung aber darunter, dass zwar viel über die AfD gesprochen wurde, aber nicht mit ihr. Auch kamen die Standpunkte der LINKEN zu kurz. Zweckmäßiger und für die Zuhörer interessanter und spannender wäre es sicher gewesen, wenn ein Vertreter der LINKEN mit einem Vertreter der AfD diskutiert hätte. So aber hatte der Abend zu sehr die Form eines langen Monologes.

    Zunächst referierte Andreas Kemper zirka eine Stunde über die Entstehung der AfD, deren Protagonisten, Hauptströmungen sowie den Zielen. Insgesamt beinhaltete der Vortrag zu viele und zu ausführliche Darstellungen über die Entstehungsgeschichte und Vorläufer der AfD, was teilweise bis zu den Bauernkriegen und dem Königreich Preußen zurückreichte. Erst nach ungefähr einer Dreiviertelstunde kam Andreas Kemper zu dem Jetzt und den konkreten Absichten und Strategien und wie die AfD in Parteienlandschaft einzustufen ist. Insgesamt merkte man deutlich, dass Andreas Kemper eher Wissenschaftler als Kommunikationsexperte ist.

    Interessant seine Einstufung, dass die AfD im Parteienspektrum rechts von CDU und FDP einzustufen sei. Die Hauptuntertstützerguppe seien Männer von jugendlich bis Mittelalter. Die Kritik am Euro fungiere nach Aussage von Andreas Kemper nur als Wurfanker um Wähler zu ködern, denn dies sei ein populäres Thema. Im Kern gehe des der AfD aber um eine Art soziale Selektion. Die Partei stehe für ein neoliberales Wirtschaftssystem, Unternehmerinteressen und einen härteren Kurs gegen Arbeitslose. Sie sei gegen Einwanderung und für nationale Werte. Ein Besucher der Veranstaltung ergänzte hier, dass die AfD eine klassische Oberschichtenpartei sei.

    In der anschließenden Diskussion positionierte sich der Bundestagskandidat der LINKEN, Sebastian Knopf, als begeisterter Europäer. Es sei bei der Euro-Einführung nicht alles richtig gelaufen, aber man solle einmal sehen, was mit der EU erreicht worden sei. So habe es seit der Gründung keinen Krieg mehr zwischen den Mitgliedstaaten geben, was die längste Friedensperiode sei, die es in Europa jemals geben habe. Statt eine anti-europäische Stimmung zu verbreiten und zurück zu Nationalstaaten zu wollen, sei es zweckmäßiger die EU voranbringen, bestehende Defizite zu beseitigen und einen solidarischen Kontinent zu schaffen.

     

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