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  • Mo., 20. Februar 2017, 16:17 Uhr
    Ausstellungseröffnung „70 Jahre Volkshochschule Worms“ mit vielen Exponaten

    Kommunale Weiterbildung in Wandel der Zeit

    Agnes Denschlag, Leiterin der vhs Worms, Bürgermeister Hans-Joachim Kosubek und Dr. Gerold Bönnen, Leiter des Instituts für Stadtgeschichte, eröffneten die Ausstellung „70 Jahre Volkshochschule Worms“ im Haus zur Münze. Foto: Karolina Krüger


    VON KAROLINA KRÜGER Im Haus zur Münze konnte am Freitagabend Agnes Denschlag als Leiterin der Volkshochschule die Ausstellung anlässlich des 70. Geburtstags der vhs Worms eröffnen. Arbeitspläne, Programmhefte, Plakate und Fotos dokumentieren die Bildungsarbeit mit Beispielen aus jedem Jahrzehnt. Bürgermeister Hans-Joachim Kosubek lobte die vhs als eine kommunale Bildungseinrichtung, die seit 1947 am Puls der Zeit sei und den Wandel in der Gesellschaft in seinem Bildungsangebot widerspiegele. Waren es in der Anfangszeit der demokratische Geist und die Landessprache der französischen Besatzer mit dem die Menschen versuchten, der gedanklichen Enge zu entkommen, die sie im 3. Reich gefangen gehalten hatte, so sind es heute viele Deutschkurse zur Integration für die, bei uns Schutz suchenden Menschen, die einen großen Teil des Angebots ausmachen. Hervorragende Dozenten und eine große Kontinuität sorgen für ein breites, zeitgemäßes und interessantes Angebot der Bereiche Kultur, Sprachen, Beruf, Gesundheit, Gesellschaft und Grundbildung.

    Neustart der Wormser Volkshochschule

    Dr. Gerold Bönnen, Leiter des Instituts für Stadtgeschichte, führte mit seinem Vortrag zum Neustart der Wormser Volkshochschule mitten im Hungerwinter 1947 in die Ausstellung ein. Sollte man meinen die Menschen zwischen Trümmern und Not hätten andere Sorgen gehabt, als sich Sprachen und Kultur zu widmen, so konnte der Archivar das widerlegen. Die Härte des kältesten Winters des 20. Jahrhunderts und der Mangel an Heizmitteln hatte den Semesterbeginn in den Februar verschoben. Am 16. Februar 1947 startete die erste Vorlesung, zu der die Teilnehmer selbst Kohlen zum Heizen beisteuern mussten. In einem widrigen Umfeld von Wohnungsnot, bis zu 10 oder 12 Personen waren in ein oder zwei Zimmern untergebracht, Zwangseinweisungen von Flüchtlingen, Hungersnot, Zerstörung, Vereine waren verboten, die Entnazifizierung untersagte noch vielen Menschen, sich in ihren Berufen zu betätigen, initiierten Männer wie Oberbürgermeister Prof. Dr. Roland Eckert und der politisch umstrittene Dr. Friedrich M. Illert die Volkshochschule. Im Gründungsjahr verzeichnete die Volkshochschule 20 Dozenten und 262 eingeschriebene Schüler und konnte sich bereits im Etat des Haushalts 1949 fest etablieren. Die Ausstellung ist bis 25. März in den Fluren des Haus zur Münze während der Öffnungszeiten Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr und Samstag von 10 bis 13 Uhr kostenfrei zu sehen.

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