Die Deutsche Bahn signalisierte der Stadt Worms den Wunsch nach einer Generalsanierung des „Tunnels“ an der Gaustraße
Komplettsanierung des „Tunnels“ ab 2019
Das "Tunnel" an der Gaustraße soll einer Komplettsanierung unterzogen werden. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Oberbürgermeister Michael Kissel informierte am Donnerstagmittag die Vertreter der Presse, dass die Deutsche Bahn AG an die Stadt Worms mit dem Wunsch nach einer Komplettsanierung des „Tunnels“ an der Gaustraße herangetreten sei. Die 1902 gebaute Unterführung der Bahnstrecke von Worms in Richtung Mainz ist zirka 120 Meter lang und ist seit Jahrzehnten ein Ärgernis für Auto- und Radfahrer. Aufgrund der Enge kommt der Verkehr dort nur sehr schleppend voran und Radfahrer können nicht überholt werden. Was häufig zu der Situation führt, dass sich eine lange „Schlange“ Pkws hinter einem Radfahrer staut. Was für die Autofahrer ein Ärgernis ist und bei den Bikern ein mulmiges Gefühl entstehen lässt. Auch kommen bei Fußgänger beim Durchschreiten der „dunklen Röhre“ gerade in den Abend- und Nachtstunden häufig Angstgefühle auf.
Bald Vergangenheit
In einigen Jahren könnten diese bedenklichen Zustände der Vergangenheit angehören, denn im Laufe der letzten Wochen sind Vertreter der DB AG an die Stadt Worms mit dem Wunsch herangetreten, die Unterführung einer Komplettsanierung zu unterziehen. Damit ist eine ganz große Hürde genommen, denn bisher stand die Bahn einer Sanierung kritisch gegenüber. Allerdings, so betonte der Stadtchef, sei man in einer ganz frühen Planungsphase und könne zu Details noch nicht viel sagen. Sehr wahrscheinlich sei bisher nur, dass sich die Länge des „Tunnels“ von bisher 120 Meter auf etwa 70 oder 80 Meter reduzieren soll. In jedem Fall soll die Unterführung auch breiter werden und Autos, Radfahrern und Fußgängern mehr Platz bieten. Auch eine Tieferlegung ist wohl vorgesehen.
Neubau oder Sanierung
Bei den Untersuchungen, die jetzt beginnen, könnte sich sogar ergeben, dass es zu einem kompletten Neubau kommt. Der frühstmögliche Beginn der Bauarbeiten ist für das Jahr 2019 denkbar. Die Arbeiten werden sich in die Länge ziehen, da sie bei laufendem Bahnverkehr der Strecke von Worms nach Mainz und von Worms nach Bensheim und Biblis erfolgen. Und dies sind täglich weit über 100 Züge. Die Frage ist jetzt noch, wie teuer wird das ganze Projekt und wer übernimmt welchen Anteil. Hierzu wollte sich Oberbürgermeister Michael Kissel noch nicht äußeren, da dies im jetzigen Stadium reine Spekulation wäre. Wobei der Kostenschlüssel nichts daran ändert, dass eine Komplettsanierung erfolgt.
Wichtige Ost-West-Achse
In der Zeit der Sanierung, die sich über Jahre hinziehen dürfte, wird der Pkw-Verkehr sich jedoch wieder durch die Stadt quälen, denn mit dem „Tunnel“ fällt eine der vier großen Ost-West-Achsen weg. Neben dem „Tunnel“ sind dies die Neusatz-, die Krimhilden- und die Brunhildenbrücke. Welchen Einfluss der Wegfall einer der Achsen hat, wurde sichtbar, als die Neusatzbrücke komplett neu gebaut wurde und der gesamte Verkehr umgeleitet wurde.