Mit einem weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit sank die Arbeitslosenquote in der Stadt Worms im Oktober auf ein neues Rekordtief von 7,0 Prozent. Auch die Unterbeschäftigung, die u.a. auch Maßnahmeteilnehmer berücksichtigt, sank erneut und lag erstmals unterhalb des Vorjahreswertes. Wie bereits in den Vormonaten gingen die Zahlen insbesondere bei der Personengruppe der Jugendlichen zurück.
Sie beendeten ihre Arbeitslosigkeit in der Regel durch den Beginn einer schulischen oder betrieblichen Ausbildung oder die Aufnahme eines Studiums.
Neben diesem saisonalen Effekt spiegeln die Rekordwerte der aktuellen Arbeitsmarktdaten laut Arbeitsagenturchefin, Susanne Decker, aber auch die gute Konjunktur wider.
„Die Wirtschaft steht unter Volldampf. Die Auftragsbücher der Unternehmen sind voll, und die Erwartungen der Arbeitgeber an die künftige Geschäftsentwicklung entsprechend rosig.“ Das einzige, was mehr und mehr zur Mangelware werde, seien die Fachkräfte. Seit Anfang des Jahres sei der Bestand an offenen Stellen stetig gestiegen und habe im Oktober ein neues Allzeithoch erreicht.
Decker: „Das Stellenangebot steigt immer weiter, und die Arbeitslosen werden immer weniger. Angesichts dieser Situation könnte man natürlich fragen, warum es uns dann nicht gelingt, denen, die jetzt noch arbeitslos sind, eine neue Stelle zu vermitteln.“ ‚Deckers Antwort auf diese Frage ist gleichzeitig ein Appell an die Betriebe: „Wir haben zunehmende Passungsprobleme, d.h. die Profile der Bewerberinnen und Bewerber passen in vielen Fällen nicht auf die Anforderungen der angebotenen Stellen.
Ich bin aber überzeugt, dass es allemal besser ist, eine Stelle mit einem Bewerber zu besetzen, der die Anforderungen anfangs noch nicht ganz erfüllt, als die Stelle unbesetzt zu lassen.“ Sich die eigenen Fachkräfte heranbilden, sei das Gebot der Stunde. Dabei biete die Agentur für Arbeit umfangreiche Hilfestellung an, von Eingliederungshilfen bis zur Förderung von Weiterbildungen.
Die Arbeitsmarktzahlen im Überblick
Im Oktober waren in Worms insgesamt 4.568 Personen als unterbeschäftigt registriert. Das waren 42 weniger als im September und 0,2 Prozent weniger als vor einem Jahr. 3.143 Männer und Frauen waren arbeitslos gemeldet. Das waren 44 weniger als im September und 208 oder 6,2 Prozent weniger als im Vorjahr.
Die Arbeitslosenquote fiel von 7,1 auf 7,0 Prozent. Vor einem Jahr hatte die Arbeitslosenquote bei 7,5 Prozent gelegen. Besonders deutlich ging die Arbeitslosigkeit unter den Jugendlichen zurück. Die Quote der 15- bis 20-jährigen sank von 8,1 auf 5,4 Prozent.
Die Nachfrage nach Arbeitskräften legte im Oktober weiter zu. Insgesamt wurden 278 offene Stellen gemeldet. Der Stellenbestand belief sich im Oktober auf 1.067 Stellen, 9,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Von den 3.143 Arbeitslosen im Oktober wurden 971 von der Arbeitsagentur und 2.172 vom Jobcenter Worms betreut.
Der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Oktober entfiel ausschließlich auf die von der Arbeitsagentur betreuten Arbeitslosen. Der Anteil von Menschen im Kontext von Fluchtmigration an allen Personen die von der Arbeitsagentur und dem Jobcenter betreut werden, betrug im Oktober rund 11,9 Prozent.
Der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Oktober zeigte sich auf allen regionalen Arbeitsmärkten Rheinhessens. Die Arbeitslosenquoten veränderten sich wie folgt: Gesamtbezirk von 4,8 auf 4,6 Prozent, Stadt Mainz von 5,8 auf 5,6 Prozent, Stadt Worms von 7,1 auf 7,0 Prozent, Landkreis Alzey-Worms von 3,8 auf 3,7 Prozent und Landkreis Mainz-Bingen von 3,4 auf 3,3 Prozent.
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