Der April ist in der Regel ein Monat sinkender Arbeitslosenzahlen. In diesem April fiel der Rückgang allerdings kaum ins Gewicht, so dass die Arbeitslosenquote für die Stadt Worms unverändert blieb. Einen deutlichen Rückgang sowohl in Vergleich zum Vormonat als auch zum Vorjahr gab es dagegen bei der so genannten Unterbeschäftigung, in der auch Personen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen mitgezählt werden. „Wir hatten im April eine Verschiebung von der Unterbeschäftigung in die Arbeitslosigkeit“, erläutert Susanne Decker, Leiterin der Wormser Arbeitsagentur die aktuellen Zahlen.
„Dies lag vor allem daran, dass einige Integrationskurse für Geflüchtete endeten und sich die Teilnehmer zunächst einmal wieder arbeitslos melden mussten. Jetzt schauen wir individuell wie es für die Menschen weitergehen kann. Dies kann für den einen ein weiterer, darauf aufbauender Sprachkurs oder eine Berufsvorbereitungsmaßnahme und für den anderen die Vermittlung in ein Praktikum, eine Einstiegsqualifizierung oder auch direkt in Ausbildung oder Arbeit sein.“
Die Nachfrage nach Arbeitskräften hat im April insbesondere in den Bereichen Bau, Zeitarbeit sowie Gesundheit- und Sozialwesen etwas nachgelassen. Dennoch sieht die Agenturleitern derzeit keine Verschlechterung der konjunkturellen Arbeitsmarktlage. „Im Baubereich erfolgten aufgrund des milden Wetters viele Einstellungen bereits frühzeitig im Jahr. Der Rückgang der Einstellungen im April ist nach unserer Einschätzung den kälteren Temperaturen und den Osterferien geschuldet.
Viele Arbeitgeber haben Neueinstellungen bis nach den Osterferien zurückgestellt.“ Insgesamt rechne man damit, dass die Kräftenachfrage im kommenden Monat wieder anziehen werde. Im Bereich der öffentlichen Verwaltung und des Sozialwesens sei laut Decker allerdings der Höhepunkt des durch die Flüchtlingsbetreuung zusätzlich entstandenen Personalbedarfs überschritten, so dass hier in naher Zukunft keine größeren Zuwächse mehr zu erwarten seien. „Die aktuellen Zahlen zeigen aber auch, dass das Entlassungsrisiko nach wie vor sehr niedrig ist“, so Decker. „Auch im April haben deutlich weniger Menschen ihren Job verloren als noch vor einem Jahr.“
Der Arbeitsmarkt in Zahlen
Im April waren in der Stadt Worms insgesamt 4.612 Männer und Frauen als unterbeschäftigt registriert. Das waren 71 weniger als im März und 312 weniger als vor einem Jahr. Darunter standen 3.138 Personen dem Arbeitsmarkt sofort zur Verfügung und galten damit offiziell als arbeitslos. Das waren 12 weniger als im März und 243 oder 7,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote blieb bei 7 Prozent konstant. Im Vorjahr hatte sie bei 7,6 Prozent gelegen. Die Entwicklung in den beiden Rechtskreisen verlief im April gegenläufig. Während die Arbeitslosigkeit bei den von der Arbeitsagentur betreuten Arbeitslosengeld-I-Empfängern um 43 Personen zurückging, kam es
beim Jobcenter Worms zu einer Zunahme um 31 Personen. Der Anteil von Menschen im Kontext von Fluchtmigration an allen Personen die von der Arbeitsagentur und dem Jobcenter betreut werden, betrug im April 11,6 Prozent. Die Nachfrage nach Arbeitskräften auf dem ersten Arbeitsmarkt fiel im April schwächer aus. Die Arbeitgeber meldeten 225 offene Stellen; 200 weniger als im März, aber 23 oder 11,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Auf einem nach wie vor hohen Niveau bewegte sich der Stellenbestand mit 1.134 offenen Stellen.
Auf den übrigen regionalen Arbeitsmärkten Rheinhessens blieben die Arbeitslosenzahlen im April nahezu unverändert. Wie im März betrug die Arbeitslosenquote im Gesamtbezirk 4,7 Prozent, im Landkreis Alzey-Worms 3,8 Prozent und im Landkreis Mainz-Bingen 3,5 Prozent. Lediglich in der Stadt Mainz stieg die Quote von 5,6 auf 5,7 Prozent.
Auf dem Ausbildungsmarkt stehen derzeit 2.093 offenen Ausbildungsstellen 1.498 Bewerberinnen und Bewerber gegenüber, die noch auf der Suche nach einer passenden Lehrstelle sind. „Das heißt, es gibt immer noch gute Chancen, auch noch in seinem Wunschberuf unterzukommen“, so Decker. Nähere Informationen zu den offenen Stellen gibt es bei der Berufsberatung unter Telefon 0800/4 5555 00.
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