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  • Do., 02. November 2023, 11:51 Uhr
    Arbeitsmarktbericht: Leichter Rückgang der Arbeitslosigkeit vor allem bei Jugendlichen / 2. Phase bei der Integration von Geflüchteten

    Konjunkturschwäche hinterlässt Spuren auf dem Wormser Arbeitsmarkt

    Wie zu dieser Jahreszeit üblich, ist die Arbeitslosigkeit in Worms im Oktober gesunken. Allerdings fiel der Rückgang deutlich niedriger aus als in den Vorjahren. So lag die Arbeitslosigkeit trotz des aktuellen Rückgangs auf dem höchsten Niveau des Monats Oktober seit vielen Jahren. Ein Schwerpunkt des Rückgangs zeigte sich bei der Personengruppe der arbeitslosen Ausländer. Dennoch verzeichnete man auch hier insgesamt den höchsten Oktoberwert seit vielen Jahren. Der aktuelle Rückgang ist hier zum großen Teil auf Einmündungen in Sprach-, Integrations- und Weiterbildungskurse zurückzuführen. Neben den ausländischen Arbeitslosen, lag ein weiterer Schwerpunkt des Rückgangs auf der Altersklasse der unter 25-jährigen. Sie beendeten ihre Arbeitslosigkeit in der Regel durch den Beginn einer schulischen oder betrieblichen Ausbildung oder die Aufnahme eines Studiums.


    Fachkräfte und Nachwuchskräfte fehlen

    „Die allgemeine Konjunkturschwäche spiegelt sich immer deutlicher auch auf dem Arbeitsmarkt“, erklärt Susanne Decker, Leiterin der Wormser Arbeitsagentur. So sei die Nachfrage nach Arbeitskräften deutlich schwächer als noch vor einem Jahr und die Abgänge in Erwerbstätigkeit bewegten sich auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Nichtsdestotrotz fehlten nach wie vor in nahezu allen Bereichen Fachkräfte ebenso wie Nachwuchskräfte.


    „Spracherwerb ist wichtiger Schlüssel"

    Im Bereich des Jobcenters stünde nun die 2. Phase der Integration der aus der Ukraine zu uns geflüchteten Menschen an. Nachdem viele von ihnen die ersten Sprachkurse durchlaufen hätten, ginge es jetzt um eine zügige Integration in den Arbeitsmarkt. Im Jobcenter Worms würden derzeit 373 erwerbsfähige Leistungsberechtigte mit ukrainischer Staatsangehörigkeit betreut.  Davon verfügten inzwischen über 174 über Grundkenntnisse oder erweiterte Grundkenntnisse der deutschen Sprache. „Das ist ein Potenzial für unseren Arbeitsmarkt“, so Decker. „Der Spracherwerb ist ein wichtiger Schlüssel für die Integration in den Arbeitsmarkt. Aber auch wenn die Sprachkenntnisse noch nicht perfekt sind, ist eine Arbeitsaufnahme möglich und sinnvoll, denn die Sprache lernt man auch in der betrieblichen Praxis.“ Für die Menschen sei es wichtig, schon bald auf eigenen Beinen zu stehen. Dabei würden sie vom Jobcenter engmaschig begleitet, indem Qualifikationen und Fähigkeiten ermittelt und wo nötig begleitende Weiterbildungen vermittelt würden. Dies gelte selbstverständlich auch für Menschen aus anderen Fluchtherkunftsländern. Da aus der Ukraine viele Frauen mit kleinen Kindern geflüchtet seien, gelte es zunächst die Kinderbetreuung sicherzustellen.


    Bei den Zielberufen auf Grundlage der jeweiligen Qualifikation reichen die Angaben der Geflüchteten von medizinischen Berufen und IT-Fachkräften über Lehrer und Erzieher bis hin zu Tätigkeiten in den Bereichen Büro, Verkauf, Reinigung, Küche, Lagerwirtschaft, Bau, Pflege, Frisör oder Berufskraftfahrer.


    Die Arbeitsmarktzahlen im Überblick


    Im Oktober waren in Worms insgesamt 4.573 Personen als unterbeschäftigt registriert. Das waren 66 weniger als im Vormonat, aber 184 mehr als im Vorjahr. 3.641 Männer und Frauen waren arbeitslos gemeldet. Das waren 77 weniger als im September, aber 75 oder 2,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote fiel von September auf Oktober von 7,9 auf 7,7 Prozent. Im Vorjahr hatte die Quote ebenfalls bei 7,7 Prozent gelegen. Von den 3.641 Arbeitslosen im Oktober wurden 1.137 von der Arbeitsagentur und 2.504 vom den Jobcenter Worms betreut. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit entfiel Überwiegend auf die vom Jobcenter betreuten Arbeitslosen. Die Arbeitgeber meldeten 129 neue Stellen. Das waren 61 weniger als im September und 46 oder 26,3 Prozent weniger als im Vorjahr.


    Im Oktober kam es auch auf allen regionalen Arbeitsmärkten im Bezirk der Mainzer Arbeitsagentur zu einem leichten Rückgang Arbeitslosenzahlen. Im Gesamtbezirk fiel die Quote von 5,3 auf 5,2 Prozent, in der Stadt Mainz von 5,5 auf 5,4 Prozent, in der Stadt Worms von 7,9 auf 7,7 Prozent, im Landkreis Alzey-Worms von 4,0 auf 3,9 Prozent und im Landkreis Mainz-Bingen blieb die Quote stabil bei 4,8 Prozent.

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