Do., 18. Februar 2021, 20:02 Uhr
MOBILITÄTSAUSSCHUSS: SPD-Antrag für Poller an der Kita Liebenauer Feld wird zum Prüfantrag an die Verwaltung / Autofahrern fehlt es an Einsicht
Kontrollen ohne erkennbare Auswirkungen auf Verhalten
VON STEFFEN HEUMANN | Die Verkehrssicherheit für Fußgänger und Radfahrer zu erhöhen, ist das Anliegen der SPD, die im Mobilitätsausschuss am Donnerstag den Antrag einbrachte, im Bereich der Von-Steuben-Straße zwischen der Kita Liebenauer Feld und dem Kreisverkehrsplatz Poller zu installieren. Hintergrund: Viel zu oft würde der Bereich der Schutzstreifen durch haltende Pkw blockiert, die ihr Fahrzeug halb auf dem Gehweg abstellen würden, um Besorgungen zu erledigen oder ihre Kinder aus der Kita-Einrichtung abzuholen. Radfahrer würden dadurch gefährdet, insbesondere Kinder, die abrupt und ohne auf den Verkehr zu achten, die Fahrspur wechseln würden. „Kontrollen des ruhenden Verkehrs finden seit einigen Monaten statt, aber die bleiben ohne erkennbare Auswirkungen auf das Verhalten der Autofahrer“, bedauert Alexandra Zäuner für die SPD.
Abstellen von Fahrzeugen wirksam unterbinden
Die Verlängerung der bereits vor der Kita installierten Poller um 150 Meter in Richtung des Kreisverkehres würde das Abstellen von Fahrzeugen wirksam unterbinden, erklärten die Sozialdemokraten. Alfred Koch, FDP, sah aufgrund persönlicher Erfahrungen diesen Eindruck nicht bestätigt. Er plädierte für ein Halteverbotsschild statt teurer Poller oder einen geeigneten Halteplatz für Abholer. Christian Engelke, Die Grünen, konnte die Bedenken der SPD nachvollziehen. Er sah auch an anderen Stellen in der Stadt Optimierungsbedarf, um gefährliche Situationen durch geeignete Maßnahmen nicht entstehen zu lassen.
Bauliche Lösung oder Alternative erarbeiten
Dezernent Uwe Franz bezifferte die Kosten für die Poller auf über 18.000 Euro, mahnte aber, dass es allerdings für jeden Autofahrer ersichtlich sein sollte, dass man auf einem Schutzstreifen für Radfahrer nicht parkt. Timo Horst ergänzte seitens der SPD, dass man Parkkapazitäten in diesem Bereich geschaffen habe. Dass man nicht auf dem Gehweg parken dürfe, sei selbstverständlich, da sei auch kein Verbotsschild hilfreich, die würden zudem gerne ignoriert. Daher habe seine Partei eine bauliche Lösung ins Spiel gebracht, nicht zuletzt auch deshalb, weil es sich um eine wichtige Radwegeverbindung zwischen BIZ und Bahnhof handelt. „Das ist das Problem an vielen Schutzstreifen“, erklärte Richard Grünewald, Die Grünen. Vielleicht könne die Verwaltung eine Lösung erarbeiten, die dem Autofahrer auf pädagogischen Weg aufzeige, dass das Halten in diesem Bereich nicht erlaubt sei? „Ein Test statt der technischen Variante“, so Grünewalds Vorschlag.
Uwe Franz notierte die Anregung, die Aufmerksamkeit darauf zu lenken, dort nicht zu parken, während Alfred Koch darauf hinwies, dass es nur darum gehen soll, an dieser Stelle eine geeignete Lösung zu finden und man nicht nach einer Grundsatzentscheidung für ganz Worms suchen müsse. Timo Horst stimmte einem Prüfantrag an die Verwaltung zu, bis zur nächsten Sitzung des Mobilitätsausschusses Ideen für eine wirksame Umsetzung von Maßnahmen zu erarbeiten. Rosa Schumann-Montoya (FWG/Bürgerforum) hegte den Wunsch, dass man eine Umsetzung in der Von-Steuben-Straße durchaus abgleichen könne, um die Situation an ähnlichen Stellen zu verbessern.