Fr., 23. April 2021, 13:06 Uhr
Eicher Rheinbogen: Auftaktveranstaltung zum teilräumlichen Entwicklungskonzept in Form einer Videokonferenz / Kommende Veranstaltungen zunächst in digitaler Form
Konzept bündelt und ergänzt Aktivitäten
Mitte April fand die Auftaktveranstaltung für das teilräumliche Entwicklungskonzept Eicher Rheinbogen, das von der Planungsgemeinschaft Rheinhessen-Nahe koordiniert wird, in Form einer Videokonferenz statt.
Ziel des Projektes ist die Erarbeitung einer teilräumliche Entwicklungsstrategie für den Eicher Rheinbogen, einer Region zwischen Oppenheim und Worms, und zwar im Dialog gemeinsam mit den Kommunen, der Wasserwirtschaft, der Land- und Forstwirtschaft, dem Naturschutz, der Rohstoffwirtschaft und dem Tourismus sowie weiteren regionalen Akteuren. Die Entwicklungsstrategie soll sich in Handlungsfeldern und Leitbildern, mittel- bis langfristig umsetzungsfähigen Maßnahmen und kurzfristigen Impulsprojekten in einem festzulegenden Zeittableau konkretisieren. Das Konzept bündelt und ergänzt hierbei die vorhandenen kommunalen Aktivitäten und vernetzt sich mit den bereits „installierten“ räumlichen Entwicklungsprozessen.
Die landschaftsverändernden Maßnahmen des Hochwasserschutzes und des Rohstoffabbaus bilden den Anlass für eine umfassendere Betrachtung der Potentiale unter Berücksichtigung des Naturschutzes und sollen in einem transparenten Prozess mit den regionalen Akteuren, den Bürgern und Gemeinden einvernehmlich abgestimmt werden.
Fachbüro beauftragt
Mit der Erarbeitung wurde das Büro agl Hartz Saad Wendl aus Saarbrücken beauftragt, das über eine breite Erfahrung in Partizipationsprozessen zu raumrelevanten Themen besitzt. Das Projekt wird finanziell durch die oberste Landesplanungsbehörde beim Ministerium des Innern und für Sport gefördert und soll bis zum Jahresende abgeschlossen werden.
Die weitere Einbindung der Akteure vor Ort erfolgt über vier Workshops, von denen noch zwei vor der Sommerpause geplant sind. Zumindest in der ersten Projektphase können diese Veranstaltungen pandemiebedingt nur digital stattfinden.
Landrat Heiko Sippel, zugleich stellvertretender Vorsitzender der Planungsgemeinschaft Rheinhessen-Nahe, begrüßte zu Beginn der Auftaktveranstaltung die ca. 75 eingeladenen Teilnehmer, die sich aus Vertretern der betroffenen Gemeinden und Landkreise, der Fachbehörden sowie von Verbänden und Vereinen zusammensetzten. Prof. Dr. Hannes Kopf, Präsident der SGD Süd, wies anschließend auf den raumordnerischen Entscheid seiner Behörde zum geplanten Reserveraum für Extremhochwasser Eich – Guntersblum hin, in dem die Auflage erteilt wurde, den Bereich des Reserveraums im Hinblick auf die Ziele der Freiraumentwicklung (Natur, Landschaft, Erholung, Landwirtschaft) im Rahmen des teilräumlichen Entwicklungskonzepts neu zu ordnen.
Überlagernde Nutzungs- und Schutzinteressen
Im Folgenden präsentierte das Büro agl Hartz Saad Wendl die Zwischenergebnisse der Raumanalyse. Dabei zeigte sich, dass der Eicher Rheinbogen aufgrund seiner naturräumlichen Prägung und seiner „Multifunktionalität“ eine Sonderstellung einnimmt. Sich überlagernde Nutzungs- und Schutzinteressen führten dort in der Vergangenheit vielfach zu Konflikten. Darüber hinaus berichtete das Büro von den Schlüsselinterviews, die mit 26 in der Region tätigen Institutionen geführt worden sind. Darin wurden Erwartungen an das Projekt, vorhandene Daten, Konflikte, Ideen und mögliche Synergien abgefragt.
Auf Grundlage dieser Erkenntnisse stellte agl Hartz Saad Wendl schließlich beispielhafte Ansätze für Entwicklungsperspektiven für diesen Raum vor, die anschließend mit den Teilnehmern diskutiert wurden. Dabei wurden die unterschiedlichen Interessenslagen der einzelnen Akteure deutlich, die bei den anstehenden Workshops aufeinander abgestimmt werden sollen.