
Wie ist der Katastrophenschutz in Deutschland organisiert? Dieser Frage wollte nun eine 14-köpfige Delegation aus Korea, bestehend aus Teamleitern des lokalen Katastrophenschutzamtes, in Worms auf den Grund gehen. Bei der Feuerwehr informierten sie sich über die Strukturen des Katastrophenschutzes. Bürgermeister Hans-Joachim Kosubek, der stellvertretende Stadtfeuerwehrinspekteur Michael Hetzel und Volker Rüffer, zuständig für den Zivil- und Katastrophenschutz, standen der Delegation Rede und Antwort.
„Der Brand- und Katastrophenschutz ist für die Bürger elementar“, unterstrich Bürgermeister Kosubek. Im Hinblick auf die Zunahme an Starkregenereignissen erhalte er künftig eine noch größere Bedeutung. Der Bürgermeister erläuterte den koreanischen Gästen, wie sich die Wormser Feuerwehr auf dieses Wetterphänomen vorbereitet, etwa anhand einer 3-D-Simulation, die zeigt, wie sich das Wasser während eines 100-jährigen Regenereignisses im Stadtgebiet verteilen würde.
„Die Aufgabe der Feuerwehr besteht darin, die Bürger und deren Eigentum zu schützen. Für solche Regenereignisse müssen die Menschen aber auch selbst Vorsorge treffen“, machte er deutlich.
Zudem erläuterte der Bürgermeister die Struktur der Feuerwehr mit ihren haupt- und ehrenamtlichen Kräften, Volker Rüffer beschrieb die Zusammenarbeit mit den anderen Rettungsorganisationen. In einer anschließenden Fragerunde wurde schnell deutlich, dass die koreanischen Gäste andere Aufgaben bewältigen müssen als ihre deutschen Kollegen. Ihren Schwerpunkt sehen sie in der Gefahrenabwehr, etwa bei einem Angriff aus dem angrenzenden Nordkorea. Und so war es nicht verwunderlich, dass die Delegation unter anderem wissen wollte, ob in Worms noch Atomschutzbunker betrieben würden. Auch der Frage, welche Rolle die Bundesregierung im Katastrophenschutz spiele, wollten die Koreaner auf den Grund gehen. Hierzu umriss Volker Rüffer die Organisationsstruktur in der Bundesrepublik, wo der Katastrophenschutz vom Bund an die Länder übertragen worden ist, die diesen wiederum an die Kommunen delegieren.
Im Hinblick auf Bedrohungen durch andere Staaten thematisierten die Koreaner auch den Schutz der Bürger vor Giftgasanschlägen. Volker Rüffer berichtete von der Wormser „Dekon-Gruppe“, der Dekontaminationsgruppe, und dem ABC-Erkundungswagen, der insbesondere beim Austritt von Giftstoffen zum Einsatz kommt. Mit vielen neuen Informationen im Gepäck verabschiedete sich die Gruppe schließlich.
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