Arbeitslosenquote von 7,8 auf 7,6 Prozent gefallen / Investitionen in arbeitsmarktpolitische Maßnahmen deutlich erhöht
Kräftiger Frühjahrsaufschwung lässt Arbeitslosigkeit sinken
3.381 Männer und Frauen waren im März arbeitslos gemeldet. Die Quote liegt bei 7,6 Prozent. Archivbild: Robert Lehr
Ein kräftiger Frühjahrsaufschwung hat in der Stadt Worms sowohl bei der Arbeitslosigkeit als auch bei der so genannten Unterbeschäftigung, die u.a. auch Teilnehmer an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen erfasst, im April für sinkende Zahlen gesorgt. Der Rückgang bei den Arbeitslosenzahlen fiel dabei fast doppelt so hoch aus wie im Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Der aktuelle Wert lag damit um über 10 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Auch bei der Unterbeschäftigung kam es im April zu einem deutlichen Rückgang. Allerdings verzeichnet die Wormser Arbeitsagentur hier gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg von gut 2 Prozent.
„Wir haben entsprechend dem Bedarf nicht zuletzt der zahlreichen geflüchteten Menschen unsere Investitionen bei allen Maßnahmenarten deutlich erhöht“, erläutert Susanne Decker, Leiterin der Wormser Arbeitsagentur. „Allein bei den Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung liegen die Teilnehmerzahlen um über 40 Prozent höher als noch vor einem Jahr.“ Dabei kämen die Förderungen bei Weitem nicht nur geflüchteten Menschen zugute. Decker betont: „Wir haben alle Personengruppen gleichermaßen im Blick.“
Dass viele Menschen aus den Fluchtherkunftsländern, die sich bei der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter Worms gemeldet haben, derzeit Integrations- und Weiterbildungskurse besuchen, ist laut Decker allerdings ein Grund dafür, dass sich die Flüchtlingswelle bisher noch kaum in den Arbeitslosenzahlen abbildet. Ein weiterer Grund für die günstige Entwicklung der Arbeitslosigkeit sei die anhaltend hohe Nachfrage nach Arbeitskräften aus der Wirtschaft. So wurden im Berichtsmonat gut 4 Prozent mehr offene Stellen gemeldet als im April 2016. Für Decker ein deutlich positives Signal: „Die Zahlen bestätigen das, was wir aus den Betrieben hören: Die Geschäfte laufen weiterhin gut, und die Betriebe bleiben auf Wachstumskurs.“ Fachkräfte werden insbesondere im Handel, im Baugewerbe, im Gesundheits- und Sozialwesen sowie in der öffentlichen Verwaltung gesucht.
Die stabile Nachfrage nach Arbeitskräften hat auch dazu geführt, dass es der Arbeitsagentur immer besser gelingt, Personen, die ihre Arbeitsstelle verloren haben, noch innerhalb der Kündigungsfrist weiterzuvermitteln. Zudem kann durch Vermittlung in Arbeit bei einer zunehmenden Zahl von Personen vermieden werden, dass sie nach Auslaufen des Arbeitslosengeldes I auf den Bezug von Arbeitslosengeld II angewiesen sind.
Die Arbeitsmarktzahlen im Überblick
Im April waren in Worms insgesamt 4.923 Personen als unterbeschäftigt registriert, das waren 129 weniger als im März, aber 110 oder 2,3 Prozent mehr als vor einem Jahr. 3.381 Männer und Frauen waren arbeitslos gemeldet. Das waren 127 weniger als im März und 382 oder 10,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote fiel von 7,8 auf 7,6 Prozent. Vor einem Jahr hatte die Arbeitslosenquote bei 8,5 Prozent gelegen. Von den 3.381 Arbeitslosen im April wurden 1.125 von der Arbeitsagentur und 2.256 vom Jobcenter Worms betreut. Der Rückgang im April entfiel hauptsächlich auf die vom Jobcenter Worms betreuten Arbeitslosengeld-II-Empfänger. Besonders deutlich fielen die Zahlen in der Personengruppe der unter 25-jährigen. Hier sank die Arbeitslosenquote von 8,5 auf 8,0 Prozent.
Die Zahl der Arbeitsuchenden im Kontext von Fluchtmigration stieg im April auf 679. Der Anteil an allen Arbeitsuchenden betrug damit 10,6 Prozent. 373 der Geflüchteten besuchen derzeit einen Sprach- oder Integrationskurs. Weitere 102 befinden sich in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen. Die Nachfrage nach Arbeitskräften auf dem ersten Arbeitsmarkt lag im April mit 202 neu gemeldeten Stellen um 4 Prozent höher als im Vorjahr.
Der Rückgang der Arbeitslosigkeit im April zeigte sich auch auf den regionalen Arbeitsmärkten Rheinhessens mit Ausnahme der Stadt Mainz. Die Arbeitslosenquoten veränderten sich wie folgt: Gesamtbezirk von 5,3 auf 5,2 Prozent, Stadt Worms von 7,8 auf 7,6 Prozent, Landkreis Alzey-Worms von 4,3 auf 4,1 Prozent und im Landkreis Mainz-Bingen von 4,0 auf 3,8 Prozent. In der Stadt Mainz blieb die Quote stabil bei 6,4 Prozent.