FACHKRÄFTEMANGEL: Evangelisches Dekanat startet Werbekampage „Engel gesucht!“ für Kindertagesstätten
Kreativ gegen Fachkräftemangel
Von links: Jörn Berrang, Yvonne Schnur, Regina Vatter und Pfarrer Thomas Ludwig stellen die Werbekampagne „Engel gesucht!“ des evangelischen Dekanats Worms-Wonnegau gesucht. Foto: Rudolf Uhrig
Von Rudolf Uhrig › „Spielst du mit mir Ball? Kannst du mir bitte etwas vorlesen?“ Kindergartenkinder fragen imaginäre Erzieherinnen und Erzieher; aber die so Angesprochenen sind nur „Pappkameraden“. Auch das evangelische Dekanat Worms-Wonnegau mit ihren 24 Einrichtungen hat Personalbedarf, Fachkräftemangel!
„Engel gesucht!“ heißt eine Kampagne, die heute anläuft; und zwar mit einem 1:15 Minuten langen Spot auf Social-Media-Kanälen, auf der Website unter www.kita-engel-gesucht.de, im Kino und es wird mit bunten Plakaten geworben; u.a. in der Wormser Fußgängerzone, im Bahnhof und in Einrichtungen in Worms und dem Wonnegau.
Jörn Barrang, der Geschäftsführer des Bereichs Kindertagesstätten im Dekanat, hatte im vergangenen Jahr um Unterstützung zur Gewinnung von Fachkräften gebeten. Daraus wurde nun eine großangelegte Werbekampagne, die maßgeblich von Yvonne Schnur, im Dekanat unter anderem auch für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig, initiiert und mit einer Frankfurter Agentur umgesetzt. „Wir haben nicht lange gezögert“, sagen Jörn Barrang, Regina Vatter, die Vorsitzende des Trägervorstands der Kitas im Dekanat wie auch Pfarrer Thomas Ludwig, der stellvertretende Dekan unisono, „als die Anfrage zur Umsetzung und freilich auch zur finanziellen Unterstützung auf uns zukam.“
Mit der Aufforderung „Du suchst nach einem Job, der sicher ist, mehr Sinn und Freude in dein Leben bringt? In unseren 24 Kindertagesstätten wirst du wertgeschätzt, erhältst ein gutes Gehalt, fachliche Begleitung und Möglichkeiten zur Weiterbildung – bewirb dich jetzt!“ wirbt nun das evangelische Dekanat.
Auch Quer- und Wiedereinsteiger gesucht
„Dabei zielt unsere Kampagne nicht nur auf pädagogisch ausgebildete und anerkannte Erzieher, sondern auch auf Quer- oder Wiedereinsteiger. Erzieher im Anerkennungsjahr, Kinderpfleger, Sozialassistenten und FSJler (Schulabgänger im Freiwilligen Sozialen Jahr). Daneben sind seit einigen Jahren vermehrt auch Vertreter anderer Berufsgruppen anzutreffen; unter anderem Sozialpädagogen, Erziehungswissenschaftler, Kindheitspädagogen“, sagt Yvonne Schnur.
„Natürlich sind wir in Zeiten von Diversität offen und offener geworden. Für ethische und religiöse Bildungsansätze und Wertevorstellungen stehen wir allerdings nach wie vor“, sagen Barrang und Ludwig im Gleichklang. „Wir haben in unseren Einrichtungen eine warme Atmosphäre im Umgang und im Arbeitsverhältnis, der vom Geist der christlichen Religion getragen ist“, fügt Ludwig hinzu. „Und wir sind uns bewusst, dass es auch Mitarbeitende sein sollen, die aus der Region kommen. Niemand sollte über Gebühr Fahrtzeiten in Kauf nehmen, wir haben da schon ein gesundes Maß der sogenannten Work-life-balance im Blick“.
Wertschätzendes Umfeld
„Mit der Kampagne wollen wir Erzieher darauf aufmerksam machen, dass die evangelische Kirche als Arbeitgeberin interessant ist. Wir bieten unseren derzeit 440 Mitarbeitenden eine Tätigkeit in einem wertschätzenden Umfeld, fachliche Begleitung und Möglichkeiten zur Weiterbildung. Auch das Gehalt und 33 arbeitsfreie Tage machen eine Anstellung bei uns attraktiv“, sagt Regina Vatter. „Und wir dürfen ja durchaus von Erfolg sprechen, denn mit 30 Auszubildenden beschäftigen wir neun mehr als im Vorjahr. Allerdings haben wir eine Vakanz von knapp 15 Fachkräften, die müssen schnellstmöglich besetzt werden, denn nicht nur die Eltern haben ein Anrecht auf eine gute und wertvolle vorschulische Erziehung, diesen Anspruch erben wir selbstverständlich auch an uns“, merkt Vatter an.