Die Parallelentlastung soll ein Teil des Verkehrs der B9 aufnehmen und die Zufahrt zu Industriegebiet und Gallborn zügiger ermöglichen
Kreisel am Fahrweg sorgt für Entspannung
In dieser Woche wurde der Kreisel am Fahrweg geteert, sodass er im Laufe der nächsten Woche für den Verkehr zur Verfügung steht. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Die Parallelentlastung beginnt im Industriegebiet in Worms-Rheindürkheim in der Mittelrheinstraße und geht über den Autobahnzubringer hinweg bis ins Gewerbegebiet Gallborn.
Mit dem Bau des Kreisels auf dem Fahrweg wird die Parallelentlastung mit Beginn des Monats November 2013 durchgehend befahrbar sein. Zwar hat die Parallelentlastung in weiten Teilen noch den Charakter einer Baustraße und bis zur endgültigen Ausbaustufe mit zwei Fahrspuren und Fußweg werden noch einige Jahre vergehen, aber wichtig ist für viele Autofahrer, dass es eine Alternative zur B9 gibt.
Ob man dort allerdings schneller vorankommt als auf der B9 bleibt abzuwarten. Doch ist sie in erster Linie ja auch nicht gedacht, um den überregionalen Verkehr aufzunehmen, etwa wenn jemand von Ludwigshafen nach Mainz möchte, sondern sie soll lokale Verkehrsströme aufnehmen. Gedacht ist dabei an Zulieferverkehr für Unternehmen und Logistiker, die an der Parallelentlastung liegen, sowie für Kunden, die zum Gallborn wollen.
Sechswöchige Bauphase
Dieter Ruckpaul, der Leiter des städtischen Verkehrswegebaues, erläuterte gegenüber dem NK, dass nach sechswöchiger Bauphase in dieser Woche der Kreisel am Fahrweg geteert worden sei und nach Abschlussarbeiten, spätestens ab November, für den Verkehr zur Verfügung steht.
Ein Aufatmen über die Fertigstellung gibt es auch bei den Unternehmen am Gallborn, da durch den Kreisel eine Zufahrt zum Gallborn gerade in der Phase des vierspurigen Ausbaus der B9 gewährleistet ist. Denn bis die B9 durchgehend zwischen Kreuzung Fahrweg und Kreuzung Gallborn vierspurig zu befahren ist, wird noch einige Zeit vergehen.
Will man dies prognostizieren, kann man etwa von zwei Jahren ausgehen. Eine positive Nachricht ist allerdings, dass die Kreuzung Fahrweg bis Ende November fertiggeestellt sein wird. Der Ausbau der Kreuzung am Gallborn, gegenüber der Aral-Tankstelle beginnt dann im Frühjahr 2014.
Die rot gekennzeichnete Parallelentlastung wird nach Fertigstellung des Kreisels von der Oberrheinstraße bis zum Gallborn befahrbar. Grafik Blum
20.000 Fahrzeuge täglich Die ersten Überlegungen zur Parallelentlastung entstanden bereits vor Jahren aufgrund der starken Belastung der Bundesstraße 9 im Bereich des Wormser Nordens. Denn auf dieser Trasse rollen täglich mehr als 20.000 Kraftfahrzeuge und sorgen mit Staus und zähflüssigem Verkehr für Verdruss.
Zum Vergleich, auf einer durchschnittlichen Bundesstraße in Rheinland-Pfalz bewegen sich täglich nur zwischen 8.000 und 10.000 Wagen. In aller Regel machen sich die Planer spätestens ab 16.000 KFZ Gedanken über einen vierspurigen Ausbau.
Das Problem mit der B9 ist von den Verantwortlichen also längst erkannt, und der vierspurige Ausbau von der Petrus-Dorn-Straße bis zum Autobahnzubringer in Rheindürkheim ist im Fokus der Straßenbauer. Doch handelt es sich um eine Mammutaufgabe, die nur Abschnittsweise erfolgen kann und bis zu deren endgültigem Abschluss noch Jahre, vielleicht sogar ein Jahrzehnt vergehen wird. Insgesamt werden die Kosten auf rund 25 Millionen Euro geschätzt.
„Nadelöhr“ zum Schluss
Damit der Verkehr auf der B9 irgendwann einmal vierspurig rollen kann, muss die Eisenbahnunterführung, das sogenannte „Nadelöhr”, auf Höhe des Schnellrestaurantes McDonald auf vier Spuren verbreitert werden. Nach Jahren der ergebnislosen Verhandlungen mit der Bahn ist es OB Michael Kissel und dem Bundestagsabgeordneten Klaus Hagemann im Sommer diesen Jahres gelungen, den Durchbruch zu erzielen, sodass die Bahn der Verbreiterung zustimmt. Allerdings müssen jetzt erst Verhandlungen über die exakte Kostenverteilung erfolgen. Danach muss das Vorhaben geplant und schließlich bei laufendem Bahnverkehr durchgeführt werden. Ein exaktes Zeitfenster bis zur Realisierung kann hier niemand nennen, doch alles was schneller als fünf Jahre geht, wäre eine Überraschung.
Als Fazit bleibt festzuhalten, ein Großprojekt, sowohl von Kosten als auch von der Bautätigkeit her, wie der vierspurige Ausbau der B9, braucht Zeit und zehrt an den Nerven vieler. Besonders zu nennen sind hier die Autofahrer und die Unternehmen, deren Umsatz durch Baumaßnahmen beeinträchtigt ist. Doch konnte durch die Parallelentlastung jetzt zumindest für eine Teilentlastung gesorgt werden.