
Nach Unterbrechung wegen der Corona-Pandemie hat das nun schon traditionelle alternative Krippenspiel am 14. Dezember auf dem „Philosophenplatz“ während des Weihnachtsmarktes wieder stattfinden können.
Oksana ist aus der Ukraine mit ihrer kleinen Tochter Natalia geflohen, nachdem russische Soldaten in die Ukraine eingefallen sind. Zwischenzeitlich leben sie in Worms in Sicherheit. Die Bilder des schrecklichen Krieges begleiten sie dennoch täglich: „Seit dem 24. Februar leben wir mit der Ohnmacht, dem von Putin entfachten Wahnsinn nur wenig entgegensetzen zu können.“ Aus Telefonaten mit Verwandten aus den von den russischen Aggressoren verlassenen Gebieten erfährt Oksana von den Folterungen und Erschießungen von Zivilisten auf offener Straße. Massengräber sind stumme Zeugen der Gräueltaten. Berichte über von den russischen Soldaten vergewaltigte Frauen treffen sie besonders.
Die Krippenspielerinnen und -spieler solidarisieren sich mit den Menschen in der Ukraine. „Und wir gedenken der gefallenen Soldaten – das schließt die russischen Opfer mit ein, denn auch russische Mütter und Ehefrauen weinen um ihre gefallenen Angehörigen!“ Und auch Teile der deutschen Bevölkerung ängstigen sich oder demonstrativeren sogar ob der kommenden Energiekosten; ein weiterer Teil sieht die Energiekrise auch als Chance für alternative Versorgungskonzepte. Es bestehe erhöhter Handlungsbedarf.
Fällt also Weihnachten aus? Nein, ist sich das Kripppenspiel-Team einig. Trotz allen Leidens und aller Ängste muss die Weihnachtsbotschaft aus dem Lukas-Evangelium laut verkündet werden: „Ehre sei Gott in der Höhe / und Friede auf Erden / den Menschen seines Wohlgefallens.“
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