MdB Hagemann und MdB Reichenbach im Dialog mit Blaulicht-Organisationen
Krisenkoordination in Rheinhessen fördern
Von links: Landesbeauftragter des THW für Hessen/ Rheinland-Pfalz/ Saarland Werner Vogt, MdB Gerold Reichenbach, MdB Klaus Hagemann, Oppenheimer Stadtbürgermeister und erster Beigeordneter der VG Nierstein-Oppenheim Marcus Held, Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr VG Eich Horst Widder.
Das bereits zweite „Jahrhunderthochwasser“ nach nur elf Jahren im Osten Deutschlands bestätigt, wie wichtig vorbeugende Schutzmaßnahmen und eine effektive Krisenkoordination auch am Rhein zwischen Mainz und Worms sind. Denn auch am Rhein wird ein Ernstfall aufgrund der Folgen des Klimawandels zunehmend wahrscheinlicher.
Aus diesem Grund ist das Notfallvorsorgesystem – bestehend aus Feuerwehren, Rettungsdiensten und der Bundesanstalt THW sowie verschiedenen Hilfsorganisationen links und rechts des Rheins – stetig zu verbessern. Um gemeinsam mit Vertretern der Blaulicht-Organisationen zu diskutieren, hatte SPD-Bundestagsabgeordneter Klaus Hagemann seinen SPD-Bundestagskollegen und rechtsrheiniges Pendant, Gerold Reichenbach (Wahlkreis Groß-Gerau), als Berichterstatter für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe zur nunmehr fünften gemeinsamen Konferenz zum Thema „Katastrophenschutz und Krisenkoordination am Rhein“ ins Feuerwehrhaus Eich eingeladen.
In seinen 19 Jahren als Bundestagsabgeordneter sei es nun das dritte Jahrhunderthochwasser, das im Juni diesen Jahres besonders an Elbe und Oder viele Schicksale gefordert habe, konstatierte Hagemann. Dass die Folgen der Katastrophe links und rechts des Rheins verhältnismäßig glimpflich ausgingen, sei auch dem funktionierenden Hochwasserschutz zu verdanken, lobten Bundespolitiker Hagemann und Reichenbach die Arbeit der regionalen Blaulichtorganisationen.
Da allerdings auch am Rhein eine Katastrophe niemals ausgeschlossen werden könne, sei es umso wichtiger, Rheinanlieger für Gefahren und präventive Maßnahmen zu sensibilisieren. Die nötigen Informationen müssten schnell und umfassend an die Bevölkerung gelangen. Kurze Meldewege und ein bürgernaher Dialog seien dafür ausschlaggebend, schlossen sich der Oppenheimer Stadtbürgermeister Marcus Held (SPD) und der Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr VG Eich, Horst Widder, den Ausführungen der Abgeordneten an.
Gute Zusammenarbeit der Organisationen
Auch der Landesbeauftragte des THW für Hessen/ Rheinland-Pfalz/ Saarland, Werner Vogt, Kreisfeuerwehrinspekteur Harald Kemptner und Oliver Buscher von der Wasserschutzpolizei Ludwigshafen bestätigten, dass ein unmittelbarer Austausch für die effektive Koordination der Einsatzkräfte und das Gelingen von Katastrophenschutz ausschlaggebend sei. Seit der ersten gemeinsamen Konferenz auf Initiative der beiden SPD-Bundestagsabgeordneten Hagemann und Reichenbach vor fünf Jahren sei bereits viel geschehen, lobten Widder und der Eicher Bürgermeister und Verbandsbeigeordnete Klaus Willius (SPD) die verbesserte Zusammenarbeit der Organisationen.
„Unter den Handelnden kennt man sich zwischenzeitlich, was die Koordination einfacher gestaltet“, bestätigten der Leiter des DRK-Rettungsdienstes Rheinhessen-Nahe, Jörg Steinheimer, der Geschäftsführer des DRK Kreisverbandes Alzey, Norbert Günther und Dirk Beyer als Pressesprecher des Wormser ASB. Aufgabe des Wormser Arbeitskreises der Hilfs- und Rettungsdienste sowie der Hochwasserpartnerschaft „Worms-Oppenheim“ sei es, die kommunale Gefahrenabwehr, wie beispielsweise die Sicherung der Wasserversorgung, Dammwachen oder die Durchführung von Übungen, über die Grenzen der Verbandsgemeinden hinaus zu organisieren und mit den Alarm- und Einsatzplänen auf Kreisebene zu koordinieren.
Ehrenamt wichtiges Standbein
Einig waren sich alle Beteiligten, dass ohne die Vielzahl an ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die sich in den verschiedenen Organisationen einbringen, derartige Naturkatastrophen kaum zu bewältigen seien. Dennoch stoße die Ehrenamtstätigkeit mit dem Wegfall der Wehrpflicht und des Ersatzdienstes, immer öfter an ihre Grenzen und müsse von der Politik ernst genommen werden, schloss sich der Sachbearbeiter für Zivil- und Katastrophenschutz der Stadt Worms, Volker Rüffer, dem Appell Hagemanns an die Bundesregierung an.
Zuvor hatte dieser darauf hingewiesen, dass sich das Land Rheinland-Pfalz aufgrund der Solidargemeinschaft mit 400 Millionen Euro an den Gesamtkosten für die Beseitigung der Schäden und der Wiederherstellung der Infrastruktur im Elbe- und Donaugebiet von insgesamt rund acht Milliarden Euro beteiligen müsse.