Hilfe bei Demenz: Polizei präsentiert in Kooperation mit Seniorenheimen neues Maßnahmenkonzept
Krisensituation betroffener Menschen sanft abfedern
Informierten über das neue Konzept, das hilft, orientierungslose Menschen schnell wieder in eine betreute und vertraute Umgebung zu bringen. Von links: Daniel Wiedemann, Sabine Locht, Hannelore Krier, Steffen Kroll. Foto: Steffen Heumann
VON STEFFEN HEUMANN Es ist kein Einzelfall. Etwa 40 bis 50 Mal im Jahr stehen die Beamten der Polizeiinspektion Worms vor der Herausforderung, die Identität von Bürgern festzustellen, die in verwirrtem Zustand angetroffen werden und an Demenz leiden. Hinweise zur Herkunft der Personen, die sich der Betreuung in den Seniorenheimen entzogen haben, sind oft nicht vorhanden. Gespräche mit den kranken Menschen sind zudem wenig zielführend. Auf Initiative der Polizei und in Zusammenarbeit mit den sozialen Einrichtungen der Stadt, können die zeitintensiven Ermittlungen bald durch individuelle Markierung von Kleidungsstücken und die Optimierung der Kommunikationswege verkürzt werden. Die Idee sei nicht neu, aber trotzdem zolle er den Kollegen ein Lob dafür, dass in Worms ein modifiziertes Konzept präsentiert werden kann, so Dienststellenleiter Frank Heinen mit Blick auf die Faktenlage. 1,60 Millionen Menschen sind aktuell bundesweit an Demenz erkrankt. Laut Schätzungen soll die Zahl bis 2050 auf drei Millionen steigen.
Verlust der Orientierung und Abenteuerlust der Betroffen
Steffen Kroll und Daniel Wiedemann haben nach ihren Erfahrungen in der Praxis auch außerhalb der Dienstzeiten das Heft des Handelns in die Hand genommen, damit im Dialog mit den Seniorenheimen und sozialen Einrichtungen der Stadt eine schnelle Hilfe gewährleistet ist und der gesetzliche Auftrag der Beamten erfüllt werden kann. „Wir haben Erfahrungen ausgetauscht, wie sich Einrichtungen behelfen, damit auch datenschutzrechtliche Bedenken ausgeräumt sind”, erläutern Kroll und Weidemann. Die Basis sei das vertrauensvolle Miteinander zwischen der Polizei und den Heimen zum Wohl der Betroffenen, freuen sich die Beamten über die zielführenden Gespräche.
Alle ziehen an einem Strang
Während die Auswahl der Kennzeichnungen den Einrichtungen obliege, kann jetzt durch die Entschlüsselung der Angaben bei der Polizei eine schnelle Zuordnung der Personen erfolgen. „Alle ziehen an einem Strang”, äußerten sich auch Sabine Locht, Abteilungsleiterin in der Altenpflege der Caritas und Hannelore Krier als Leiterin des Sophienstiftes mit dem Ergebnis der Zusammenarbeit sehr zufrieden. Weitere Seniorenheime und Einrichtungen in den Stadtgebieten können sich dem Projekt gerne anschließen und mit der Polizeidirektion Worms, Telefon 06241/8520, in Kontakt treten. Man sei gespannt auf die Erfahrungen, hoffen alle Beteiligten, die Krisensituation betroffener Menschen künftig möglichst sanft abzufedern zu können.