VON FLORIAN HELFERT Im Busverkehr wird gestreikt, die Fahrpreise des Einzelfahrscheins der Preisstufe 2 sind seit Beginn des Jahres mit über zehn Prozent stark aufgeschlagen und immer noch gibt es für Busfahrgäste in Worms kein einheitliches Tarifsystem.
„Hiervon sind in Worms Fahrten aus den Stadtteilen, welche 1969 eingemeindet wurden, betroffen“, äußerte Marco Schreiber (CDU) sein Bedauern über unterschiedliche Fahrpreise innerhalb der Stadt Worms. Ihm und seiner Partei – sowie am Mittwoch schlussendlich auch dem gesamten Stadtrat – schwebt eine Großwaabe und somit ein einheitlicher Stadttarif wie zum Beispiel in Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg vor Augen.
Für die Freien Wähler regte Mathias Englert an, das Thema Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) vor seiner kommenden Neuvergabe einmal grundsätzlich im Ältestenrat der Stadt Worms zu besprechen. SPD-Mann Dirk Beyer erkannte in den Preisen nur ein kleines Puzzlestück, denn für attraktive Buslinien benötige es eine höhere Taktung sowie mehr Komfort.
Die mittels des CDU-Antrages angeregte Debatte möchte Timo Horst als Beigeordneter der Stadt Worms, in dessen Ressort der ÖPNV mittlerweile fällt, vor der Neuvergabe der Bus-Konzession aufgreifen. „Bis dahin sind es nur noch eineinhalb Jahre“, kündigte er an, Fraktionen, Ortsbeiräte, usw. vorab einbinden zu wollen. „Außerdem werben wir aktuell für unseren Fahrgastbeirat, um ihn wieder besetzen zu können“, hofft Horst auch auf bürgerliches Engagement in der Frage eines attraktiven ÖPNV.
„Wormser für Wormser“
Attraktiver möchte die Wormser CDU auch das Wormser für Wormser gestalten. Im Namen der CDU forderte Benedict Schulz, die in Corona-Zeiten für Vereine von 80 auf 100 Prozent erhöhten städtischen Zuschüsse zur Saalmiete im Jahr 2022 und 2023 aufrechtzuerhalten.
Für die SPD begrüßte Dirk Beyer das Ansinnen, um sich darüber hinaus ebenfalls zugleich für eine insgesamt vereinsfreundlichere Kostenstruktur des Wormsers auszusprechen. Auf Nachfrage von Astrid Perl-Haag erläuterte Oberbürgermeister Adolf Kessel, dass im Jahr 2019 insgesamt 54 Veranstaltungen von Vereinen im Wormser stattfanden – in den beiden Folgejahren habe sich die Zahl jedoch auf nur noch je 16 verringert. FDP-Fraktionsvorsitzender Jürgen Neureuther mahnte an, Verträge diskriminierungsfrei zu gestalten; „nicht, dass sich Vereine aus zum Beispiel Osthofen einklagen“. Der Stadtrat beschloss den Antrag einstimmig.
Videosprechstunde für Bürgerservice beantragt
Anschließend beantrage Dirk Beyer stellvertretend für die SPD-Ratsfraktion zu prüfen, ob Videosprechstunden das Kontaktportfolio des Bürgerservices und des Stadtvorstandes in Corona-Zeiten ergänzen könnten. Ludger Sauerborn, AfD-Fraktionsvorsitzender, begrüßte die Idee, einen solchen zusätzlichen Service einzuführen. Gleiches gab Alfred Koch (FDP) zu Protokoll.
„Wir brauchen die Rückendeckung des Bundes“, merkte Bürgermeisterin Stephanie Lohr in Sachen Identifizierung und Datenschutz kritisch an. Unterschrift und Fingerabdruck könnten digital bislang noch nicht ersetzt werden. Dafür bestünde allerdings bereits eine Vielzahl an Angeboten und Optionen auf der Homepage der Stadt Worms. Matthias Englert (FWG) bestätigte dies gerne: „Im Vergleich zu benachbarten Kommunen ist bei uns bereits sehr viel vorangetrieben worden!“
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