
Seit 1. September lenkt ein großdimensionales Gemälde im Durchgang zum Ratssaal des Wormser Rathauses die Blicke auf sich. Geschaffen hat das 2,40 mal 1,60 Meter große, in Öl auf Leinwand erstellte Bildnis der Wormser Kunstschaffende Klaus Krier. Auf eindrucksvolle Weise spiegelt sich darin im direkten Kontrast von Rot und Schwarz-grau ein dunkles Kapitel in der Stadtgeschichte wider. In „Ausgeglüht, ausgebrannt“ hat sich Klaus Krier (Jahrgang 1940) mit den beiden verheerenden Bombenangriffen auf die Nibelungenstadt im Februar und März des Jahres 1945 künstlerisch auseinandergesetzt. Damals prasselten Tausende Spreng- und Phosphorbomben der alliierten Luftverbände auf die Stadt nieder und legten sie zu 90 Prozent in Schutt und Asche. Viele Wormser Bürger verloren ihr Leben, weite Teile der Bevölkerung ihre Bleibe. Gezeigt wurde das Werk öffentlich im Frühjahr dieses Jahres im Rahmen der Ausstellung „21. Februar 1945“ zusammen mit sieben anderen großformatigen Arbeiten im Wormser Kulturzentrum. Krier, der den Zweiten Weltkrieg als Kinder noch selbst erfahren hat, beschäftigt sich seit 1985 intensiv mit diesem tragischen Kapitel deutscher Geschichte. „Wir sollten uns immer wieder verinnerlichen, was Krieg bedeutet und wie glücklich wir uns schätzen dürfen, seit 70 Jahren in Frieden leben zu können“, erinnerte Oberbürgermeister Michael Kissel bei der Übergabe des Gemäldes an den 1. September 1939, als die deutsche Wehrmacht die Grenzen zu Polen überschritt und damit einen Weltenbrand entfachte, der viele Staaten mit aller Härte traf und zig Millionen Menschen das Leben kostete. Deutschland habe zu brennen begonnen, als die Synagogen angezündet wurden, mahnte Michael Kissel wider das Vergessen. Auch heute gelte es mehr denn je, braunen Parolen entschieden entgegen zu treten. Worms betreibe in vielfacher Hinsicht eine intensive Gedenk- und Erinnerungsarbeit über das ganze Jahr hinweg, so der Stadtchef.
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