LIONS CLUB WORMS: Das LincolnTheater darf sich über einen Teil der Erlöse des Adventskalenders freuen
Kultur als unverzichtbarer Teil gesellschaftlichen Lebens
Gernot Weber, Jochen Wilhelm, Michaela Langner und Sascha Dupuis (von links) bei der symbolischen Scheckübergabe. Foto: Robert Lehr
Von Robert Lehr Seit Mai 2012 liegt der Betrieb des traditionellen LincolnTheaters am Obermarkt allein in der Verantwortung seines rührigen Trägervereins Lincoln Worms e.V. Was bislang ein Novum in der Stadt Worms war, hat sich Dank der erfolgreichen Arbeit des Vereins und vor allem seiner Mitglieder und Sponsoren sowie des unermüdlichen Einsatzes der vielen ehrenamtlichen Helfer zu einer festen Größe im Kultur- und Veranstaltungskalender der Nibelungenstadt gemausert.
Umso härter hat das gemeinnützige Projekt unter den Folgen der Corona-Pandemie gelitten… Durch den phasenweisen Wegfall der vielen beliebten Veranstaltungen von Kindertheater, Poetry Slam, Lesungen oder Konzerten jeglicher Art ist der Verein mehr denn je auf Unterstützung angewiesen.
Umso größer war die Freude von Michaela Langner und Sacha Dupuis, als sie am Mittwochmorgen vom Lions Club Worms eine großzügige über 4.000 Euro erhielten. Die 1. Vorsitzende und ihr Stellvertreter kamen in den Genuss eines Teil des Erlöses, die der Service-Club auch in diesem Jahr durch den Verkauf seines beliebten Adventskalenders erwirtschaftet hat.
„Von den insgesamt rund 30.000 Euro, die der Verkauf der Kalender nach Abzug der Kosten erbracht hat, unterstützen wir vielfältige Projekte”, so der aktuelle Präsident des Clubs Jochen Wilhelm. Neben den vielfältigen Vorhaben sozialer Art gelte natürlich auch der kulturelle Bereich der Wertschätzung seiner Organisation, unterstreicht der gebürtige Wormser. Die Kultur dürfe als ein unverzichtbarer Teil des gesellschaftlichen Lebens angesichts anderer aktueller Probleme nicht aus den Augen verloren werden.
Past-Präsident Gernot Weber ergänzt in diesem Zusammenhang, dass „alljährlich nur ein Teil des Erlöses direkt ausgeschüttet wird“, da es in Worms Vieles – auch aktuelle Initiativen – gäbe, die auch „unter dem Jahr“ der finanziellen Unterstützung wert sei.
Publikum noch zurückhaltend
„Obwohl unser Betrieb langsam wieder anläuft, werden wir das Geld zunächst für den Unterhalt des Theaters verwenden müssen“, schränkt Michaela Langner ihre große Freude etwas ein. So habe man Vereinsgelder, die für Renovierungsarbeiten angespart worden seien, für die Überbrückung der Pandemie aufwenden müssen. „Unsere Besucherzahlen steigen zwar wieder, sind aber noch weit vom vor-Corona-Niveau entfernt“, merkt Sascha Dupuis an. Dabei wissen die Beiden um die Unwägbarkeiten, mit denen alle Planungen verbunden seien.
„Die großzügige Spende des Lions-Clubs lässt uns entspannter in die Zukunft schauen“, so Langner, die sich wünscht, dass auch das Publikum mit zahlreichem Besuch des ehemaligen Kinos einen Beitrag leisten möge. Schon bald steht am 6. Juni mit „Die schöne Müllerin“ der Liedzyklus von Franz Schubert mit Lesung aus Briefen und Tagebuchaufzeichnungen des Komponisten auf dem Programm. Bariton Joscha Zmarzlikm rezitiert hier mit Guido Bottaro am Klavier als Begleitung. Am 19. Juni gastiert am Obermarkt „The Leonard-Cohen-Project“ mit „Songs Of Love And Hate“.