13. Wormser Kulturnacht: Breitgefächertes Angebot lockte zahlreiche Gäste an
"Kultur ist der Reichtum unserer Stadt!"
Im Hof der „Alten Pferdemetzgerei“ in der Rotkreuzgasse führte das Theaterensemble Ödön von Horvarths „Glaube, Liebe, Hoffnung“auf. Foto: Rudolf Uhrig
Von Rudolf Uhrig| Am Nachmittag präsentierten sich Sportler und Vereine im Rahmen des Sporterlebnistages an jenen Locations, wo dann am Abend unkompliziert und mit viel Freude und Humor zum Beispiel die Gruppe „Kamohelo“ auf dem Obermarkt aufspielte oder Heinz Balzer mit seiner Band „Altrheinpower“ Am Römischen Kaiser seine vier Basssaiten zupfte. Eine gute Idee sich die Infrastruktur zu teilen um somit Ressourcen zu sparen und Synergieeffekte zu schaffen, so würde man es „wirtschaftlich“ umschreiben.
Mit vielen musikalischen Darbietungen schlug die 13. Wormser Kulturnacht einen breiten Bogen; Rock und Pop-Musik, Klassisches und Akustisches darzubieten. Aber auch Ausstellungen z.B. von Postkarten über das jüdische Worms im Festhaus fand sein Publikum wie auch Dan Novak. Der Wormser Künstler präsentierte seine Werke, die er mit „Entspannte Anspannung im Rahmen der Möglichkeiten“ umschrieb in den Elefantenhöfen. Dass sprichwörtlich Platz „in der kleinsten Hütte ist“ zeigten am Samstagabend u. a. auch Jaeger Augenoptik in der Hafergasse wo Aleksandra Al-Samarai am Keyboard zum Gesang von Christine Gralow die geneigten Zuhörer zu einem Melodienreigen zu vielen Orten der Welt mitnahmen. Oder im Hof der „Alten Pferdemetzgerei“ in der Rotkreuzgasse, wo Kirsten Zeisers Theaterensemble Ödön von Horvarths „Glaube, Liebe, Hoffnung“ gab. Das Wormser Barockbläser-Ensemble gastierte gleich an zwei Orten, einmal im herrlichen Ambiente des neugestalteten Innenhofs des Andreasstiftes, dann später unweit davon in der Magnuskirche.
Austausch zwischen Künstler und Publikum
Das Programm der Kulturnacht war wieder so vielfältig wie die Akteure selbst: Es gab anspruchsvolle Kunstprojekte, Blicke hinter sonst verschlossene Türen, aber auch eben viel Musik aller Stilrichtungen.
„In diesem Jahr gibt es Kultur wieder persönlich. Der Austausch zwischen Künstler und Publikum, das Vibrieren des Applauses, das Summen zur Musik und das Leuchten der Augen, wenn der Funke überspringt – all das kann die digitale Welt nicht ersetzen“, so Bürgermeisterin Stephanie Lohr bei der Eröffnung: „Ich danke allen Menschen, welche die Geschichte und Kultur von Worms lebendig halten. Sie sind unbezahlbar. Unsere Kultur ist der Reichtum unserer Stadt!“ Und so machte sich auch der Kulturkoordinator der Stadt, Dr. David Maier, auf um fast an all den 30 „Bühnen“ mal „nachzuschauen.“ Sein Eindruck: „Es hat sich wieder einmal gezeigt, dass Kultur Menschen verbindet“! Das zeigte ganz eindrucksvoll eine ungewöhnliche musikalische Fusion, die aus einer Not heraus gebildet wurde. Weil bei Jay Gomes ein Musiker ausgefallen ist, hat sie sich kurzerhand mit dem Duo Blossom zusammengeschlossen, um dann gemeinsam einen tollen Auftritt an der Vinothek abzuliefern. Dass sich hier Menschentrauben bildeten, klar, die Dame ist in der Musikbranche keine Unbekannte mehr, denn sie trat bereits bei „The Voice Of Germany“ 2020 auf.
Plätze mit gut gelaunten Gruppen belegt
Neben neuen Veranstaltungsorten wie den Elefantenhöfen und dem Burchardsaal im Haus am Dom zog es die Kulturinteressierten auch an bekannte Orte wie in den Innenhof der Kirche St. Martin, welcher dieses Jahr wieder prall gefüllt war. Das interessierte Publikum nutzte bereits tagsüber rege die Möglichkeit, im Rahmen der Kulturnacht vorab die Wormser Museen zu besuchen. Besuchermagneten waren vor allem die Orte, die im Freien mit kühlen Getränken, gutem Essen und Musik lockten. Dort waren den Abend über meist alle Plätze mit gut gelaunten Gruppen belegt. Nicht nur die Besucher und Kulturschaffenden zeigten sich zufrieden.
Allerdings hatte der kulturbeflissene Mensch die Qual der Wahl; alles entspannt und in Ruhe zu besuchen und bewusst zu erleben: ein Unding. Sich treiben lassen, ja, das ginge, aber: man hat viel verpasst und alles planen und gezielt ansteuern, eine gute Idee, aber man durfte dann das Schwätzchen mit Freunden und Bekannten, die man überall traf nicht zu ausgiebig führen. Ein Trost: die veranstaltende Kultur- und Veranstaltungs GmbH (KVG) kündigte bereits an, dass es in 2023 wieder eine Kulturnacht geben wird. Aber, dann steht wohl der Besucher vor dem gleichen Dilemma.