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Di., 20. Mai 2014, 12:23 Uhr
Vortrag der Evangelischen Erwachsenenbildung / Weitere Vorträge am 23. Mai und 6. Juni im Heylshof
Kurfürst Friedrich III. von Sachsen und die Reformation
Am 16. Mai fand der Auftakt zu einer Veranstaltungsreihe der Evangelischen Erwachsenenbildung mit Kirchenhistoriker Professor Dr. Markus Wriedt statt.
Religion und Politik. Martin Luther und Kurfürst Friedrich III. von Sachsen. Wie passen diese beiden Konstrukte zusammen und wie ist deren Verhältnis? Diese Fragen hat die jüngste Veranstaltung der Evangelischen Erwachsenenbildung beantwortet.
Am 16. Mai fand der Auftakt zu einer Veranstaltungsreihe der Evangelischen Erwachsenenbildung statt. Unter dem Oberthema „Christliche Obrigkeit zwischen säkularer Machtentfaltung und sakraler Herrschaftswürde – Zur Neubestimmung des Verhältnisses von Religion und Politik im Reformationsjahrhundert“ gibt es drei Vorträge.
Kurfürst Friedrich III. von Sachsen war einer der wesentlichen Wegbereiter der Reformation. Nicht zuletzt deshalb stellt er den perfekten Startschuss in die dreiteilige Vortragsreihe dar. Kirchenhistoriker Professor Dr. Markus Wriedt von der Universität in Frankfurt bildete nicht nur den Kurfürsten selbst in all seinen Facetten ab, sondern auch das historische Umfeld und die Umstände, die zu der folgenreichen Bekanntschaft Friedrichs und Luthers geführt haben. Das Europa des 15. und 16. Jahrhunderts war eine „Zeit der Umbrüche“, beschrieb Wriedt die Situation. „Die Entdeckung Amerikas, die Erfindung des Buchdrucks, der Renaissance-Humanismus“, erläuterte der Historiker die Gründe, warum die Voraussetzungen für eine Reformation so gut waren.
„Es gab Reformbewegungen an allen Ecken und Enden“, so Wriedt. Bis dato hatte Luther wenig Furore gemacht. Zeitgleich mit den Revolutionsbewegungen kamen aber seine 95 Thesen. „Für Friedrich stellte sich damals die Frage: Wie kann ich ein derartiges Revolutionsfeuer unter Kontrolle halten?“ Friedrich war es schließlich auch, der von Luthers Zwist mit Kaiser und Papst profitierte und darauf beharrte, ihn vor dem Wormser Reichstag zu verhören – „ein Novum für damalige Verhältnisse!“ In Worms nahmen die Dinge also unter dem Mitwissen Friedrichs ihren Lauf; und auch in die Entführung Luthers auf die Wartburg war der Kurfürst involviert.
Der volle Heylshof hat bewiesen, dass das Thema von Dr. Wriedt auf große Zustimmung stieß. Er selbst lobte die von Professor Dr. Werner Zager ins Leben gerufene Veranstaltungsreihe der Erwachsenenbildung und empfahl während des Vortrags mehrfach ausdrücklich die Teilnahme an einer seiner Fahrten nach Wittenberg. Vorher stehen unter dem Motto „Religion und Politik“ noch zwei weitere Veranstaltungen an: Der Vortrag über Philipp von Hessen am 23. Mai um 20 Uhr und über Karl V., den Verteidiger der christlichen Einheit Europas am 6. Juni um 20 Uhr – beide Veranstaltungen finden im Heylshof statt.