WORMS: Kommunalpolitisches Urgestein zieht Bilanz nach internen Streitigkeiten
Kurt Lauer bei den Grünen ausgetreten
Von links: Der heutige Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft Cem Özdemir mit Kurt Lauer vor dem AKW Biblis. Archivfoto: Gernot Kirch
Von Florian Helfert › Nach der Stadtratswahl informierte Kurt Lauer, seine Mitgliedschaft in der Partei Bündnis 90/Die Grünen beendet zu haben. Seit dem 1. März 1990 war er Mitglied der Grünen. Gemeinsam mit Christine Jäger, welche zur Kommunalwahl statt für die Grünen für die SPD kandidiert hatte, war er allerdings schon zuvor aus der Grünen-Fraktion im Stadtrat ausgetreten.
„Wenn ich nun im Juni aus dem Stadtrat ausscheide“, so der Kommunal- und Integrationspolitiker, „war ich 30 Jahre lang für die Grünen im Rat“. Daran, dass die Grünen in Worms in seiner Zeit von Wahl zu Wahl immer mehr anerkannt und respektiert worden seien, habe er seinen Anteil beigesteuert.
„Unterirdischer Kulturwandel“
Diesbezüglich erlebte Kurt Lauer nach eigenen Angaben arbeits- und lehrreiche Jahre. Auch sehr viele politische Auseinandersetzungen, hart in der Sache, aber fair im menschlichen Umgang. „Deshalb war ich […] geradezu entsetzt, welch ein unterirdischer Kulturwandel sich im menschlichen Miteinander vor mehr als zwei Jahren vollzog“, blickt Lauer auf die vom Grünen-Vorstand damals gegen ihn erhobenen Vorwürfe rassistischer und klassistischer Narrative (der NK berichtete) zurück.
Die respektvolle Diskussionskultur der Wormser Grünen ist ihm zufolge gegen ein repressives Vorgehen gegen Andersdenkende ausgetauscht worden. Mit dem Bündnis 90/Die Grünen habe er abgeschlossen. „Zeit, mich anderen Aufgaben zuzuwenden“, so Kurt Lauer zu seinem kommunalpolitischen Abschied.