Fr., 29. Januar 2021, 10:20 Uhr
Arbeitslosigkeit in Worms: Anstieg der Zahlen im Januar stärker als in den Vorjahren
Kurzarbeit verhindert größeren Einbruch am Arbeitsmarkt
Nachdem sich der Wormser Arbeitsmarkt trotz erneutem Lockdown im Dezember noch stabil gezeigt hatte, ist die registrierte Arbeitslosigkeit im Januar deutlich angestiegen. Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar ist jahreszeitlich bedingt durch das Auslaufen von befristeten Verträgen sowie durch die typische Winterarbeitslosigkeit in den Außenberufen üblich. Der Anstieg fiel dabei in diesem Jahr aber höher aus als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre. „In den Zahlen spiegeln sich neben den saisonalen Faktoren auch erste Auswirkungen des erneuten Lockdowns“, so Susanne Decker, Leiterin der Wormser Arbeitsagentur.
„Wir sehen, dass vor allem Männer und ausländische Arbeitskräfte von Entlassungen betroffen sind. Viele ausländische Arbeitskräfte sind in den Außenberufen, oftmals als Helfer, aber auch in der maßgeblich vom Lockdown betroffenen Gastronomie beschäftigt. Trotz des aktuellen Anstiegs der Arbeitslosigkeit ist der Abstand zu den Vorjahreswerten im Januar nur geringfügig gestiegen. „Das zeigt, dass die Kurzarbeit und das Aussetzen der Insolvenzantragspflicht nach wie vor größere Entlassungswellen und Firmenpleiten verhindern.
Entwicklung vorläufig gebremst
Klar ist aber auch, dass die zweite Coronawelle die Erholung der Wirtschaft vorläufig gebremst hat und wir uns auf weitere schwierige Monate am Arbeitsmarkt einstellen müssen.“ Sorgen bereitet der Agenturleiterin auch die steigende Langzeitarbeitslosigkeit. „Betroffen sind dabei vor allem auch ältere Jobsuchende“, erklärt Decker. „In der Krise hat die Einstellungsbereitschaft der Betriebe deutlich abgenommen. Wer also vor einem Jahr arbeitslos geworden ist, hatte bisher nicht die besten Chancen wieder eine Beschäftigung zu finden.“ Im Januar waren auch die Stellenmeldungen aus den Betrieben weiterhin verhalten. Im Bestand waren gut 12 Prozent weniger Stellen als noch vor einem Jahr.
Durch die Schließung etlicher Wirtschaftsbereiche haben im Januar nochmals 78 Betriebe für 565 Mitarbeiter*innen Kurzarbeit angezeigt. Seit März haben in Worms damit über 1.190 Betriebe für rund 10.950 Arbeitnehmer*innen eine Anzeige vorgenommen. Besonders be-troffen natürlich Gastronomie, Handel und das Dienstleistungsgewerbe.
„Wer jetzt arbeitslos oder in Kurzarbeit ist, sollte diese Zeit unbedingt für zusätzliche Quali-fizierungen nutzen“, rät Decker. „Wir als Agentur, aber auch die Jobcenter sind mit ausrei-chend Mitteln für Weiterbildungen und Qualifizierungen ausgestattet.“ Ein großer Teil der Weiterbildungen würden derzeit online angeboten. Informationen zu Weiterbildungsange-boten erhalten Interessierte unter der Hotline der Agentur für Arbeit 0800/4 5555 00.
Die Arbeitsmarktzahlen im Überblick
Im Januar waren in Worms insgesamt 5.024 Personen als unterbeschäftigt registriert. Das waren 194 mehr als im Vormonat und 529 mehr als im Vorjahr. 4.138 Männer und Frauen waren arbeitslos gemeldet. Das waren 371 mehr als im Dezember und 831 oder 25,1 Pro-zent mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote stieg auf 8,9 Prozent. Im Vorjahr hatte sie bei 7,2 Prozent gelegen.
Von den 4.138 Arbeitslosen im Januar wurden 1.614 von der Arbeitsagentur und 2.524 vom Jobcenter Worms betreut. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit entfiel auf beide Rechtskreise. Die Arbeitgeber meldeten 196 neue Stellen. Das waren ebenso viele wie im Dezember und 14 weniger als im Vorjahr.
Im Januar kam es auf allen regionalen Arbeitsmärkten im Bezirk der Mainzer Arbeitsagentur zu einem Anstieg der Arbeitslosenzahlen. Im Gesamtbezirk stieg die Quote von 5,4 auf 5,8 Prozent, in der Stadt Mainz stieg sie von 6,1 auf 6,4 Prozent und in der Stadt Worms von 8,1 auf 8,9 Prozent. Im Landkreis Alzey-Worms von 4,4 auf 4,9 Prozent und im Landkreis Mainz-Bingen von 4,2 auf 4,5 Prozent.