Adlige Frouwen, Vogt und Schandgeige - das Mittelalter gastierte erneut in Hochheim
Kurzweil für Jung und Alt auf dem Mittelaltermarkt
Die Hochheimer unternahmen am Sonntag eine eintägige Zeitreise ins Mittelalter. Foto: Karolina Krüger
VON KAROLINA KRÜGER Den drohenden Regenwolken geschuldet, konnte Dorfvogt Timo leider nur eine kleine Besucherschar am Sonntagmorgen auf dem mittelalterlich hergerichtete Marktplatz an der Alten Schule in Hochheim begrüßen. Die edle Dame Agnes, in deren Rolle Maria Hillberg geschlüpft war, verlas die Marktordnung und strengen Strafen. Irma Rüb vom Stamm der Nibelungen hatte einen kleinen geschichtlichen Abriss gegeben, in dem auch Agnes, die mit ihrem Gemahl Dirolf im 12. Jahrhundert das Kloster Himmeskron gestiftet hatte und deren soziales Engagement auch nach 700 Jahren unvergessen ist, erwähnt wurde.
Das bunte Treiben bot viel Kurzweil alter Spiele, wie dem Nuss kullern, Bogen schießen, Nägel einschlagen, Armbändchen knüpfen oder eine Streitaxt basteln. Und auch das leibliche Wohl kam, für den, der noch nicht alle Taler „versoffen” hatte, nicht zu kurz. Nicht mittelalterlich aber historisch, die beliebten über dem Feuer in der gusseisernen Form gebackenen Waffeln verwöhnten die Besucher ebenso wie das Stockbrot der Pfadfinder oder der Eintopf aus Tongefäßen. Met rann durch die durstigen Kehlen, während man Heiner dem Schreiner beim Herstellen der Schandgeige, einer Vorstufe zum Pranger, zuschauen konnte.