Di., 01. Februar 2022, 09:49 Uhr
ARBEITSMARKTBERICHT: Üblicher Anstieg der Arbeitslosigkeit fällt vergleichsweise niedrig aus / Initiative „Zukunftsstarter“ wird fortgesetzt
Lage weitaus besser als vor einem Jahr
Zu Beginn eines Jahres steigt die Arbeitslosigkeit durch das Auslaufen von befristeten Verträgen und durch die typische Winterarbeitslosigkeit in den Außenberufen üblicherweise an. Auch in diesem Januar wurde auf dem Wormser Arbeitsmarkt ein Anstieg der Arbeitslosenzahlen registriert. Allerdings fiel dieser deutlich niedriger aus als vor einem Jahr und auch weniger stark als dies in den Jahren vor Corona der Fall war. „Auch wenn die Anzeigen zur Kurzarbeit, insbesondere von Seiten der Gastronomiebetriebe, seit Mitte Dezember wieder gestiegen sind, befinden wir uns in einer wesentlich besseren Lage als noch zu Beginn des vergangenen Jahres“, konstatiert die Leiterin der Wormser Arbeitsagentur Susanne Decker. „Damals waren trotz des massiven Einsatzes der Kurzarbeit viele Menschen von Entlassungen betroffen und die Aussichten, schnell wieder in den Arbeitsmarkt zurückzufinden, standen nicht eben gut.“
Aufnahmefähiger Arbeitsmarkt
Wer sich jetzt arbeitslos melden müsse, habe dagegen gute Chancen, seine Arbeitslosigkeit rasch wieder beenden zu können, denn er treffe auf einen sehr aufnahmefähigen Arbeitsmarkt. Voraussetzung sei allerdings in aller Regel eine abgeschlossene Berufsausbildung. „Insgesamt sehen wir, dass sich die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt auch über den Jahreswechsel fortgesetzt hat“, so Decker. „Allerdings mit einer Ausnahme: Bei den Langzeitarbeitslosen ist nach wie vor kein signifikanter Unterschied zum Durchschnittsverlauf der letzten Jahre zu verzeichnen.“
Bei über der Hälfte der Betroffenen erschwere ein fehlender Berufsabschluss den Weg aus der Arbeitslosigkeit. Umso mehr begrüßt die Agenturleiterin die Fortführung der Initiative „Zukunftsstarter“. Mit der Initiative erhalten Ungelernte im Alter zwischen 25 und 35 Jahren durch Umschulungen sowie Aus- und Weiterbildungen die Chance auf einen beruflichen Neustart. An die Unternehmen appelliert Decker bei der Suche nach Auszubildenden auch auf junge Erwachsene zu setzen. Dass die Betriebe in vielen Bereichen händeringend nach geeignetem Personal suchen, zeigt ein Blick auf die offenen Stellen. Deren Bestand liegt um rund 50 Prozent höher als vor einem Jahr. Auch der Zugang an gemeldeten Arbeitsstellen liegt weiterhin auf hohem Niveau.
Die Arbeitsmarktzahlen im Überblick
Im Januar waren in Worms insgesamt 4.443 Personen als unterbeschäftigt registriert. Das waren 117 mehr als im Vormonat, aber 529 weniger als vor einem Jahr. 3.536 Männer und Frauen waren arbeitslos gemeldet. Das waren 148 mehr als im Dezember, aber 602 oder 14,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote stieg von 7,2 auf 7,6 Prozent. Im Vorjahr hatte sie bei 8,9 Prozent gelegen. Von den3.536 Arbeitslosen im Januar wurden 1.090 von der Arbeitsagentur und 2.446 vom Jobcenter Worms betreut. Der aktuelle Rückgang der Arbeitslosigkeit entfiel überwiegend auf die von der Arbeitsagentur betreuten Arbeitslosen. Die Arbeitgeber meldeten 200 neue Stellen. Das waren 78 weniger als im Dezember und etwa ebenso viele wie im Vorjahr. Im Bestand waren 1.287 offene Stellen, 412 mehr als vor einem Jahr. Auf den regionalen Arbeitsmärkten im Bezirk der Mainzer Arbeitsagentur änderten sich die Arbeitslosenquoten wie folgt: Im Gesamtbezirk von 4,5 auf 4,7 Prozent, in der Stadt Mainz von 4,9 auf 5,1 Prozent, in der Stadt Worms von 7,2 auf 7,6 Prozent, im Landkreis Alzey-Worms von 3,7 auf 4,0 Prozent und im Landkreis Mainz-Bingen von 3,4 auf 3,6 Prozent.