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Fr., 09. Oktober 2015, 16:40 Uhr
Bundestagsabgeordneter Jan Metzler im Gespräch mit Verband und Südzucker über die Zukunft des heimischen Zuckerrübenanbaus
„Landwirtschaft als Wirtschaft im ländlichen Raum anerkennen!
Von links: Ansgar Vielberg (Südzucker AG), Walter Manz (Vorsitzender Verband der Hessisch-Pfälzischen Zuckerrübenanbauer e.V.), Jan Metzler, Dr. Christian Lang (Geschäftsführer Verband der Hessisch-Pfälzischen Zuckerrübenanbauer e.V.)
Durch die Reform der Zuckermarktordnung ab 2017 stehen auch die hessisch-pfälzischen Zuckerrübenanbauer derzeit vor großen Herausforderungen. Der Bundestagsabgeordnete Jan Metzler informierte sich am 9. Oktober in Worms zu den aktuellen Entwicklungen und anstehenden Veränderungen bei der Zuckerrübe, die in Hessen-Pfalz einen wichtigen Wirtschaftsfaktor für die landwirtschaftlichen Betriebe sowie auch die gesamte Region darstellt.
Eindrucksvolle Zahlen
Wie hoch die wirtschaftliche Bedeutung tatsächlich ist, belegte Ansgar Vielberg von der Südzucker AG eindrucksvoll mit Zahlen aus einer aktuellen WiFOR-Studie: Alleine durch die Zuckerfabrik Offstein werden eine Bruttowertschöpfung von 280 Mio. € und 5.250 Arbeitsplätze in der und für die Region generiert. An jedem direkten Mitarbeiter des Werkes Offstein hängen weitere 12 indirekte und induzierte Mitarbeiter in der Region.
„Diese große Bedeutung müssen wir noch viel stärker in das Bewusstsein von Politik und Bevölkerung rücken“, erklärte Metzler. Landwirte seien nicht nur Landschaftsgärtner, vielmehr müsse Landwirtschaft als „Wirtschaft im ländlichen Raum“ begriffen und anerkannt werden. Dafür kündigte Metzler an, sicher weiterhin mit aller Kraft einsetzen zu wollen. Er positionierte sich klar an der Seite der Rübenanbauer und deren Verarbeitungsstandort und sagte angesichts der anstehenden reformbedingten Veränderungen seine fortgesetzte Unterstützung zu. Erst kürzlich hatte sich Metzler bereits im Schulterschluss mit Verband und IHK erfolgreich für den B47-Neu-Lückenschluss stark gemacht, der künftig ein Umfahren der Stadt Worms ermöglicht. Der Verbandsvorsitzende Walter Manz dankte dem Bundestagsabgeordneten nochmals ausdrücklich für seinen Einsatz.
Dem freien Markt stellen
Ansgar Vielberg machte deutlich, dass Südzucker und Rübenanbauer bereit sind, sich dem freien Markt zu stellen. Er zeigte auf, dass die süddeutsche Zuckerwirtschaft in einem nicht verzerrten Weltmarkt schon heute mit Brasilien konkurrieren kann, musste aber gleichzeitig feststellen: „Leider ist Effizienz inzwischen nicht mehr alleine Trumpf.“ Die Regulierung der einzelnen Binnenmärkte sowie Wechselkurseffekte seien weitere wesentliche Faktoren, die zunehmend an Bedeutung gewinnen und für Marktverzerrungen sorgen. Auch innerhalb der EU seien solche Marktverzerrungen durch die Einführung gekoppelter Zahlungen für den Rübenanbau in einigen Mitgliedsstaaten ein großes Problem insbesondere für die deutsche Zuckerwirtschaft, die keine solchen Zahlungen erhält.
„Freier Markt funktioniert nur dann, wenn man möglichst wenige Marktverzerrungen hat“, stellte Metzler in diesem Zusammenhang fest. Er möchte sich daher für die Schaffung fairer Rahmenbedingungen einsetzen. Für die nahe Zukunft regte er ein „Wormser Gespräch zur Rübe“ an, bei dem politische Multiplikatoren an einen Tisch gebracht werden sollen.