
VON KAROLINA KRÜGER Das Stück „Das Blaue Flüstern“ spielt im Jahr 2029, der Konzern Aquariuz kontrolliert die Wasserförderung und Vertrieb und bestimmt so über Leben und Tod. Wer sich Wasser leisten kann lebt, ansonsten kennt der Konzern kein Pardon.
Der Zuschauer erlebte bei der Aufführung der Nibelungenhorde am Sonntagabend zwei Personengruppen im spanischen Tresmontanes, die augenscheinlich nicht unterschiedlicher sein könnten. Die Studenten, die für Aquariuz in verschiedenen Funktionen tätig werden und eine Gruppe Rebellen, die sich in dem blauen Haus in den Bergen verschanzt haben und die aus dem Untergrund versuchen den mächtigen Konzern zu bekämpfen.
Sarah, gespielt von Céline Carnarius, deren Mutter schon für den Konzern gearbeitet hat und angeblich schon lange tot ist, folgt ihr im Dienste für Aquariuz nach, um ihr durch die Arbeit nah zu sein. Sie entdeckt das blaue Haus, die Rebellen und erkennt die wahren Machenschaften des Konzerns. Sarah schließt sich den Rebellen an, bei denen die Mutter noch immer Sinnbild für Kampf und Widerstand ist, in dem sie tatsächlich erst ein Jahr zuvor gestorben ist. Das große Wagnis den Konzern zu infiltrieren und zu stürzen scheitert und auch die Studenten werden als Mitwisser getötet.
Archaisch und existentiell bedrohte Zwangsgemeinschaft
Zeigten sich die Studenten als egoistische, oberflächliche, erfolgshaschende Juppiegruppe, so waren die Rebellen eher eine archaisch und existentiell bedrohte Zwangsgemeinschaft deren Ziel die Befreiung von Aquariuz und der Kampf ums Überleben sie zusammen hielt. Sie alle scheiterten und fanden den Tod. Hoffnung auf Gerechtigkeit findet der betroffene Zuschauer einzig in der Person des verschwunden geglaubten Jungen Fernando, gespielt von Romeo Hinkel, der nach dem Massaker ins blaue Haus zurückkehrt.
Nach einer Idee von Markus Majowski und unter der Regie von Joern Hinkel haben die Hordemitglieder ihre Charaktere selbst entwickelt, viele Facetten und menschliche Schwächen aufgezeigt und ein Stück mit Gänsehautfeeling inszeniert.
Spielortwechsel von Worms auf den Nonnenhof
Werbeeinspieler erinnern an die Festspiele. Sie zeigten dem Zuschauer die zynische Menschen und Werte verachtende Zukunft der Wasserknappheit. Durch den Wechsel des Spielortes vom Kesselhaus auf den Nonnenhof der Familie von Heyl, wurde der Besucher interaktiv in das Geschehen einbezogen, erfuhr während der Busfahrt wichtige sicherheitsrelevante Informationen einer neuen Zeit und fühlte sich Dank der netten Reiseleiterin Ida als Tourist im trockenen Spanien, um im ehemaligen Schweinestall dem weiteren Stück zu folgen.