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  • Mo., 20. Januar 2014, 17:51 Uhr
    Auf ihrem Neujahrsempfang stellte die Öko-Partei die Grundzüge ihres Programm „Worms 2030” für Kommunalwahl vor und setzt dabei auf Nachhaltigkeit

    Langfristiges Denken statt kurzfristigem Aktionismus

    Die Stadtratskandidaten von links: Richard Grünewald, Kurt Lauer, David Hilzendegen, Isabell Mehlmann, Katharina Schmitt und Christian Diehl


    Von Gernot Kirch Die Wormser Grünen hatten am Sonntagmorgen zu ihrem Neujahrsempfang ins integrative „Cafe L” der Lebenshilfe zum Brunch eingeladen. Die beiden Vorsitzenden David Hilzendegen und Richard Grünewald konnten neben vielen Parteimitgliedern auch eine größere Zahl von Bürgern begrüßen. Richard Grünewald formulierte, dass 2014 die Gelegenheit biete, über die Zusammensetzung des Stadtrates abzustimmen. Der oft gehörten Meinung, dass man als einfacher Bürger keinen Einfluss auf die Politik habe, stehe im abgelaufenen Jahr die Erfahrung zweier großer Bürgerinitiativen entgegen. Dies betraf das Gewerbegebiet „Am Hohen Stein” und betrifft noch das „Haus am Dom”.

    Worms 2030 

    "In welcher Stadt wollen wir in Zukunft leben? Und welche Schritte müssen wir dafür gehen?", stellte Richard Grünewald als Leitfrage über seinen programmatischen Ausblick und lud dazu ein, gemeinsam über 'Worms 2030' nachzudenken.

    "Worin besteht die größte Gefahr für die Zukunft unserer Stadt?", fragte sodann der Grünen-Vorsitzende. Weder im oft bedrängendem Mangel an Geld noch gutem Willen, sondern in kurzfristigem Denken, das nicht die langfristigen Folgen von Entscheidungen für die nächste Generation prüfe. Daher trägt das Grüne Wahlprogramm den Titel Worms 2030, um jenen Entscheidungen Vorrang zu geben, die nachhaltig sind, also nicht zu Lasten unserer Kinder gehen. Die Tiefgarage Ludwigsplatz sei ein Beispiel für eine Altlast, bei der frühere Generationen zwar ihre damaligen Probleme kurzfristig gelöst hätten, den Heutigen aber eine Hypothek hinterlassen haben. So ist auch ein Straßenneubau wie die umstrittene Krankenhaustangente nur eine kurzfristige Entlastung, die langfristig mehr Verkehr ins Stadtgebiet kanalisiert und die künftigen Lasten für Unterhalt und Sanierung weiter ansteigen lässt.

    Der Blick verantwortlicher Politik muss daher über eine Legislaturperiode hinausgehen und fragen, mit welcher Situation Worms 2030 rechnen muss und wie man dem gerecht werden kann. In diesem Zeitraum wird die Wormser Bevölkerung älter und weniger werden, sie wird von ihrer Herkunft her stärker gemischt sein, Fachkräfte werden noch knapper sein.

    Eine Konsequenz muss daher sein, dem Bereich Bildung in Worms  - vom Deutschkurs für Zuwanderer über Kinderbetreuung bis hin zur Schultoilette  - absolute Priorität einzuräumen. Nirgendwo zahlen sich Investitionen langfristig mehr aus und ist knappes Geld besser angelegt als in Bildung.

    Noch 125 Tage

    125 Tage vor der Kommunalwahl starteten die Wormser Grünen am Sonntag mit Ihrem Projekt 'Worms 2030' zunächst einen 50-tägigen Dialog mit allen Menschen, die Wissen aus ihrer Lebenswelt einbringen wollen. Die Öko-Partei wird dazu weitere Gesprächstermine anbieten. Die Erfahrung von Lehrern, Pflegekräften, Architekten, Unternehmern, Jugendlichen und vielen anderen soll ins endgültige grüne Wahlprogramm einfließen. Die Verabschiedung des grünen Wahlprogramms 'Worms 2030' wird dann 75 Tage vor der Wahl am 15.03. im Rahmen einer Mitgliederversammlung erfolgen.

     

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