Sa., 26.09.2026
Die Gratiszeitung für Worms und das Nibelungenland
  • Startseite
  • Sport
  • Termine
  • Stellenmarkt
  • Fr., 01. April 2016, 18:26 Uhr
    NK im Gespräch mit Nicole Körner, eine der ersten Stammzellenspender in der Nibelungenstadt / Typisierungsaktion für Jamie am 10. April in der Nelly-Sachs-IGS

    „Leben retten zu können, gibt ein gutes Gefühl”

    Gerne würde Klaus Neiss mit seinem Sohn Jamie wieder zu Hause herumtollen. Momentan spielt sich das Familienleben aber in der Onkologie der Heidelberger Uniklinik ab. Der Fünfjährige ist dringend auf eine Stammzellenspende angewiesen.


    VON STEFFEN HEUMANN Jamie aus Worms hat Leukämie. Am 10. April findet für den 5-jährigen aus Worms von 11 bis 16 Uhr in der Nelly-Sachs-IGS in Horchheim eine Typisierungsaktion der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) statt. Gesucht wird der genetische Zwilling, mit dessen Stammzellen der Blutkrebs besiegt werden kann. Die Hoffnung für Jamie, der seit Wochen in der Heidelberger Uniklinik behandelt wird, wie auch für alle anderen Betroffenen, für die noch kein geeigneter Spender gefunden werden konnte, beschränkt sich darauf, schnellstmöglich einen Lebensretter zu finden.

    Helfen entspricht Wertvorstellungen

    Während ihres Studiums wurde die heute 45-jährige Nicole Körner aus Worms auf die Arbeit der DKMS aufmerksam. Ein Kommilitone war an Krebs erkrankt und benötigte dringend eine Knochenmarkspende. „Zu helfen war für mich aufgrund meiner Wertvorstellung keine Frage”, erklärte Nicole Körner, die sich spontan typisieren ließ. Jahre später klingelte bei der Wormserin das Telefon. Am anderen Ende war die DKMS. „Der Anruf hat mich sogar gefreut”, so Körner. Infos und Gespräche folgten, dann die Untersuchungen, ob eine Eignung zur Spende bei dem genetischen Zwilling vorhanden ist, der jetzt dringend die Hilfe der Wormserin benötigte. „Die DKMS war die ganze Zeit an meiner Seite”, lobt die Spenderin das vertrauensvolle Verhältnis und die Unterstützung bei der Entscheidungshilfe, Stammzellen zu spenden. „Das war aber nie ein Thema, ich wusste nur, dass ich vielleicht jemandem das Leben retten kann”. Anstelle der Entnahme aus dem Beckenkamm, kam für eine erfolgversprechende Spende nur die periphäre Entnahme, ähnlich einer Dialyse, in Frage. Um die Stammzellenproduktion anzuregen, musste Nicole Körner im Vorfeld Tabletten nehmen.

    Dankeschön prägt sich ein

    An Apparate angeschlossen zu sein, sei kein angenehmes Gefühl, gesteht die 45-jährige. Im Vergleich zu den Leiden eines Leukämiekranken habe sie diesen zweitägigen Aufwand aber gerne in Kauf genommen und würde – im Falle eines äußerst seltenen Wiederholungsfalles – erneut so handeln. „Natürlich wollte ich wissen, wem ich geholfen habe”, gesteht Nicole Körner, die nach einer zweijährigen Frist über die DKMS mit Einverständnis der Spendenempfängerin telefonischen Kontakt aufnahm. An die erste Frage der jüngeren Frau aus dem Rheinland kann sich Nicole Körner noch gut erinnern.„Was hast Du für Haare, hast Du Locken?” Auch das Dankeschön der Telefonstimme am Leitungsende für eine neues Stück Hoffnung, hat sich eingeprägt. Es entwickelte sich ein Briefwechsel. Allerdings ging der Kontakt mit den Jahren verloren. Ob die Rheinländerin ihre Immunschwächekrankheit besiegen konnte, weiß Nicole Körner nicht.

    Appell an Mitmenschen

    Aufgrund ihrer Erfahrungen und nicht zuletzt als Mutter, appelliert Nicole Körner an ihre Mitmenschen, sich typisieren zu lassen und an der Aktion für Jamie und andere in der Horchheimer IGS teilzunehmen. Inzwischen sind 4.800 Wormser typisiert, darunter 41, die durch ihre Stammzellenspende zu potentiellen Lebensrettern wurden. Nicole Körner selbst hat sich dem sogenannten Club der Spender angeschlossen und unterstützt die DKMS auch bei Aktionen in Schulen und Firmen oder wie zuletzt als Kandidatin bei den Quiz-Helden im Fernsehen. „Ich finde es einfach wichtig, sich typisieren zu lassen”, hofft Nicole Körner. Denn ein winziger Pieks könne Leben retten und das sei ein gutes Gefühl.

    Finanzielle Unterstützung wichtig

    Die Neuaufnahme jedes Spenders kostet die DKMS 40 Euro. Um die Registrierungsaktion überhaupt durchführen zu können, zählt jeder Euro. Finanzielle Unterstützung ist daher wichtig. DKMS-Spendenkonto IBAN DE65641500200003336355, BIC SOLADES1TUB, Stichwort: Jamie. Weitere Info zur DKMS und die Voraussetzungen zum Stammzellenspenden unter www.dkms.de

    Worms blüht auf – auch für Jamie

    Am Wochenende blüht Worms wieder in seinen schönsten Farben auf. Auch das EWR-Kundencenter am Obermarkt hat zum verkaufsoffenen Sonntag von 13 bis 18 Uhr geöffnet und lockt mit tollen Aktionen. Nicht nur der Dreh am Glücksrad lohnt sich also. Mit einer Hilfsaktion ist auch die Wormatia dabei und verkauft Kaffee und Kuchen. Der Erlös kommt dem kleinen Jamie zu gute. Wormatia und EWR freuen sich über viel Besuch am Obermarkt. Und auch die EWR-Mitarbeiter spenden für Jamie aus dem Topf der Cent-Parade, in die alles nach dem Komma der Gehaltsabrechnung wandert.

    Lässt sich trotz zahlreicher Behandlungen nicht unterkriegen: Jamie aus Worms.

    Beitrag aus der Rubrik

    » Worms und Ortsteile
    Anzeige Reifen Mast KN10123Anzeige Platten NOLLAnzeige Online StellenmarktAnzeige VHS
    Anzeige TicketshopAnzeige Tip SüdhessenAnzeige das Wormser
    Anzeige Cecil Cycle KN18256Anzeige AmtsblattAnzeige 3 Füller 1