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  • Fr., 16. August 2024, 11:33 Uhr
    IG PFRIMM e.V.: Landschaftsarchitektin nimmt Karl-Bittel-Park in Augenschein

    Lebendiges Kulturdenkmal entlang der Pfrimm

    Anschaulich anhand von alten Aufnahmen und Plänen erläuterte Landschaftsarchitektin Stella Junker-Mielke die Gestaltung des Parks.


    Schwungvolle Brücken laden im sogenannten Pfrimmpark mit dessen verschlungenen Wegen und Blickachsen zum Lustwandeln ein. Im englischen Landschaftsstil angelegt ist der Karl-Bittel-Park, wie er offiziell eigentlich heißt, eine grüne Oase in der Pfrimmaue zwischen Hochheim, Pfiffligheim und dem Wormser Westen.

    Besonders geschätzt wird das Areal im Sommer, wenn die Innenstadt wie ein Backofen aufgeheizt ist. „Bäume beschenken uns mit Schatten und frischer Luft“, betonte Landschaftsarchitektin Stella Junker-Mielke beim geführten Spaziergang des eingetragenen Vereins IG Pfrimm gegenüber zahlreichen Freunden der Pfrimm.

    „Wir müssen lernen mit der Hitze umzugehen“, erinnerte Junker-Mielke unter anderem an den Appell der Deutschen Umwelthilfe, Städte forciert zu entsiegeln und stärker zu begrünen. Für den unter Denkmalschutz gestellten Park könne sie sich beispielsweise vorstellen, die ehemals bestehende Auenlandschaft unterhalb der Nievergoldbrücke wiederherzustellen. Zudem seien mehr Wasserspiele für Kinder wünschenswert.

    Inspiriert vom Central Park
    Den Park verdanken die Wormser Karl Bittel, der als Schuhfabrikant mit feinen Lederschuhen aus den Heylschen Lederwerken in New York und Paris zu Vermögen kam. 1896 kehrte er zurück. Inspiriert vom entstehenden Central Park in New York und den Parkanlagen in Paris erwarb er etwa 6,5 Hektar Brachland an der Pfrimm.

    Zwei Jahre später war der Park nach den Plänen von Karl Völzing fertiggestellt. Auch das Wohnhaus „Kanzeleck“ der Familie Bittel wurde um den Haupteingang errichtet und zahlreiche Villen sollten folgen. Zuerst noch abgeschlossen, wurde der Park 1908 für die Bevölkerung geöffnet, nachdem Karl Bittel ihn zu einem symbolischen Preis an die Stadt verkauft hatte.

    Mausoleum wird bis heute genutzt
    Im Park selbst befindet sich ein Familienmausoleum. Es wurde als Rundtempel für die Familie Bittel erbaut. Bei der Übereignung des Parks an die Stadt Worms blieb es davon ausgenommen und ist im Besitz der Familie geblieben. Bis heute werden Angehörige der Familie Bittel, die weltweit verstreut sind, dort beigesetzt.
     
    Park wird schrittweise saniert
    Im Jahre 2003 wurde auf Antrag des Stadtrates ein Parkpflegewerk bei der Landschaftsarchitektin in Auftrag gegeben. Der Park wurde unter Denkmalschutz gestellt und wird schrittweise unter Berücksichtigung der heutigen Nutzung saniert.

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