
Erst vor wenigen Tagen wurde das Projekt „Lebensader Oberrhein – Naturvielfalt von nass bis trocken“ des NABU Rheinland-Pfalz und des NABU Baden-Württemberg als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. Die Ausstellung dazu ist nun im Wormser Rathaus zu sehen. Bei der Eröffnung gratulierte Bürgermeister Hans-Joachim Kosubek für die Auszeichnung und lobte das Projekt als hervorragendes Beispiel dafür, wie Artenschutz betrieben werden könne. Die Ehrung wird an Projekte verliehen, die sich in nachahmenswerter Weise für die Erhaltung der biologischen Vielfalt einsetzen. Die Ausstellung zeigt die biologische Vielfalt an trockenen und feuchten Lebensräumen auf, die charakteristisch ist für den nördlichen Oberrhein. In dem 2.200 Quadratkilometer großen Ballungsraum finden sich ungewöhnlich viele Naturschätze. „Die Ausstellung soll für diese Lebensräume und für Naturschutzprojekte sensibilisieren und die Wertschöpfung dieser Projekte aufzeigen“, unterstrich Bürgermeister Kosubek. Jeder einzelne könne hierfür einen Beitrag leisten, so Kosubek, deshalb wünsche er sich, vor allem möglichst viele Schulen zu erreichen.
Der Hotspot „Nördliche Oberrheinebene mit Hardtplatten“, einer von 30 Hotspots der biologischen Vielfalt deutschlandweit, erstreckt sich über die drei Bundesländer Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen, von Bingen im Norden bis nach Bühl im Süden. Das NABU-Projekt sei auf sechs Jahre ausgelegt, 75 Prozent der Kosten trage der Bund, 15 Prozent die beteiligten Länder und weitere zehn Prozent der NABU, erläuterte NABU-Biologe Michael Markowski. Die Maßnahmen des Projekts sind vielfältig, wie der Biologe aufzeigte. Unter anderem legte der NABU zahlreiche Kleingewässer für Amphibien an, wie etwa den Entenpfuhl bei Worms-Rheindürkheim, den die Mitglieder zu einem vielfältigen Biotop gestaltet haben. Der Erfolg spricht für sich: „Schon kurz nachdem das Gewässer angelegt worden war, konnten im Jahr 2016 zahlreiche Kreuzkröten-Larven nachgewiesen werden. Seltene Pflanzenarten wie Lachenals Röhrenfenchel sind dort nun heimisch“, berichtete Markowski.
Generell sei sich die Stadt der Notwenigkeit von Umwelt- und Naturschutz bewusst und habe diesbezüglich bereits zahlreiche Konzepte beschlossen, so Kosubek. Exemplarisch nannte der Bürgermeister das Renaturierungsprojekt Seegraben, das Entwicklungsprojekt Ibersheimer Werth und das Gewässerentwicklungskonzept Lachgraben. Die Ausstellung ist bis Freitag, dem 13. Oktober, im Rathaus zu sehen.
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