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Mi., 13. August 2014, 23:50 Uhr
Nibelungenhorde besuchte das Wasserwerk Bürstadt auf Einladung von EWR
Lebenselixier aus der Tiefe des Bürstädter Waldes
Die jungen Schauspieler der Nibelungenhorde, begleitet von der Vereinsvorsitzenden Astrid Perl-Haag und dem aus Fernsehen, Film und Werbung bekannten Schauspieler Markus Majowski, waren vom Wormser Versorgungsunternehmen EWR AG zu einem Besuch des Wasserwerks eingeladen. Der große schwarze Dieselmotor, Baujahr 1921, ist außer Dienst gestellt und ziert die Maschinenhalle als Schauobjekt. Fotos: Hannelore Nowacki
VON HANNELORE NOWACKI – So kennt man es – den Hahn aufdrehen und schon läuft das glasklare Nass. Nahezu unbegrenzt ist seine Einsatzvielfalt. Wo kommt dieses Lebenselixier her? Die Einwohner von Bürstadt, Lampertheim und Worms bekommen ihren Lebensspender in bester Qualität von der Wormser EWR AG. Vom EWR-Wasserwerk im Bürstädter Wald nimmt das kostbare Nass seinen Weg durch drei Netzzuleitungen, bis es an jedem Wasserhahn ankommt. 120.000 Menschen kommen in den Genuss dieses wohlschmeckenden Wassers, das aus 135 Metern Tiefe gefördert wird. Obwohl schon von Natur aus von guter Qualität, durchläuft das Rohwasser aus den Tiefbrunnen im Wasserwerk mehrere Veredelungsprozesse. Schon seit 1905 kommt das Wasser für das Stadtgebiet Worms Wasser aus dem Bürstädter Wald. Rohre führen an der Rheinbrücke in einem Kiesbett durch den Rhein. In riesigen Behältern mit einem Fassungsvermögen von jeweils 16.000 Kubikmetern wird der Tagesbedarf gespeichert. Diese Informationen und noch viel mehr Wissenswertes berichtete Wasserwerksleiter Hans-Josef Jennewein den über vierzig höchst interessiert zuhörenden jungen Leuten der Wormser Theatergruppe Nibelungenhorde bei einem Bildvortrag und einer eindrucksvollen Führung durch das Wasserwerk.
Mit ihren erfolgreichen Aufführungen haben die theaterbegeisterten Jugendlichen und jungen Erwachsenen sich einen Namen in der ganzen Region gemacht. Initiatorin und Erste Vorsitzende des Vereins Nibelungenhorde ist Astrid Perl-Haag, die 2006 das erste Jugendprojekt ins Leben rief. Um die Wasserversorgung der Zukunft geht es im neuen Stück „Das blaue Flüstern“, das am 23. und 24. August im EWR-Kesselhaus in Worms startet. Nach einer Idee von Markus Majowski und der Mitarbeit aller Schauspieler ist ein außergewöhnliches Theaterstück entstanden, das in einer fiktiven Zukunft spielt, jedoch mit Entwicklungen, die schon heute vor allem in einigen europäischen Ländern deutlich werden. Im EWR-Wasserwerk erlebte die Nibelungenhorde, wie die Wasserversorgung mit kommunaler Beteiligung heute aussieht.
Zwei junge Leute erklärten im Gespräch mit dem NK, was sie in der Wasserfrage bewegt und wie sie ihre Rolle im Theaterstück verstehen. Die 18-jährige angehende Jurastudentin Franziska Hendrich hat sich als Maria für die „Rebellen“ im Stück entschieden, die sich gegen die Privatisierung der Wasserversorgung stark machen. Auf der anderen Seite stehen die „Studenten“, denen sich der 19-jährige Louis Pawlik in der Rolle des Paul angeschlossen hat. Theater und Film will er demnächst studieren. „Wasser für alle“ ist das Ziel, darauf solle das Stück aufmerksam machen. Die „Rebellen“ bilden eine kleine Gemeinschaft, die größere Gruppe der „Studenten“ arbeitet für einen Konzern, der das gesamte Wasser besitzt und die Menschen überwacht. Was reizt Louis an der Rolle? „Es wäre cool, mal ein A … zu spielen“, sei seine Überlegung gewesen. Doch das Schubladendenken, die Einteilung in Gut und Böse, sollte überwunden werden, meinen die beiden Schauspieler. In den vorbereitenden Workshops und Diskussionen haben sie sich intensiv mit diesen Fragen auseinandergesetzt und viele Fakten erarbeitet.
Hannelore Nowacki
Information
„Das Blaue Flüstern“ der Nibelungenhorde hat am 23. August Premiere, am 24. August findet die zweite Vorstellung statt. Beginn ist jeweils um 19 Uhr im Kesselhaus des EWR in Worms, Klosterstraße 23. Nach etwa einer halben Stunde Spielzeit wechselt der Ort des Geschehens – die Zuschauer werden in Bussen zur Hauptspielzeit an den Nonnenhof in Bobenheim-Roxheim gefahren - Rückfahrt am Ende der Vorstellung zum Kesselhaus. Die Nibelungenhorde weist ausdrücklich darauf hin, dass die Busfahrt auch inhaltlich zum Stück gehört. Den Damen werden bequeme Schuhe empfohlen. Kartenverkauf beim Nibelungen-Kurier in Worms, Prinz-Carl-Anlage 20, im Internet bei https://www.ticket-regional.de/stage oder direkt beim Ticket Service in Worms 06241/ 2000-450. Weitere Infos zur Nibelungenhorde: www.nibelungenhorde.de