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  • Mi., 07. Oktober 2015, 10:35 Uhr
    FDP-Kreisverband Worms: Turnhallen sind die denkbar schlechteste Möglichkeit zur Unterbringung von Asylbewerbern

    „Leerstehenden Bettentrakt des Hochstiftes miteinbeziehen!“

    „Der FDP-Kreisverband Worms lehnt die Unterbringung von Asylbewerbern in Turnhallen ab, solange nicht alle anderen Möglichkeiten geprüft und ausgeschöpft wurden alternative und besser geeignete Standorte zu finden“, erklärte der FDP-Kreisvorsitzende Dr. Jürgen Neureuther nach der Kreisvorstandssitzung am Dienstag.

    So stellen sich die Liberalen die Frage, warum beispielsweise der 100 Betten umfassende, leerstehende Bettentrakt des ehemaligen Hochstiftes nicht in die Überlegungen miteinbezogen wurde. Die Bundeskanzlerin hat ja selber gefordert, dass bestehende Bau- und Brandschutzvorschriften vor dem Hintergrund der angespannten Lage nun großzügiger gehandhabt werden sollen. Gerade der Bettentrakt des Hochstiftes würde mit seinen kleineren Räumlichkeiten eine erheblich bessere Gewährleistung der Privatsphäre gerade bei Familien mit Kindern garantieren als eine große Turnhalle. Auch könnten allfällige Behördengänge durch die Asylbewerber viel besser und leichter erledigt werden.

    „Die Schulturnhallen sind die denkbar schlechteste Möglichkeit zur Unterbringung von Asylbewerbern, denn unsere Kinder brauchen einen geregelten Sportunterricht vor Ort, wofür wir Liberale schon seit Jahren kämpfen“, betonte der liberale Mitglied im Schulträgerausschuss Jörg Haubold die Dringlichkeit des Schulsports. „Aber auch die Sportvereine, die gerade für die Integration wichtig sind, brauchen diese Sporthallen gerade jetzt in der beginnenden kalten Jahreszeit.“

    Auch ist bis heute noch keine zufriedenstellende Antwort gegeben worden, warum das seit Jahren leerstehende Gesundheitsamt nicht zur Unterbringung von Asylbewerbern genutzt wird. „Durch die Hauruckaktion der Stadtverwaltung gegenüber den in Heppenheim betroffenen Ortsbeiratsmitgliedern und des Schulelternbeirates der Heppenheimer Grundschule ist nach Ansicht der Liberalen viel Porzellan und Vertrauen zerschlagen worden“, erläuterte deren Pressesprecher Heinrich Hofmann. „Es kann doch nicht sein, dass gewählte Ortsbeiratsmitglieder erst Montagabend, bevor Dienstagmorgen der Beschluss schon in der Presse steht, gerüchteweise über die Verwendung ihrer Schulturnhalle als Asylunterkunft erfahren.“

    Vehement wenden sich die Wormser Liberalen gegen eine Aushöhlung des Grundrechts auf Asyl für politisch Verfolgte nach Artikel 16 GG. Wer Forderungen erhebe Wirtschaftsflüchtlinge aus sicheren Herkunftsländern nicht zu schnell in ihre Heimatländer zurückzuführen, der höhle genau dieses aus. Gerade durch diese Haltung wird die Situation für Flüchtlinge aus Kriegsländern verschlechtert, fasste Dr. Neureuther die Position des FDP-Kreisvorstandes zusammen.

    Der geschäftsführende Kreisvorstand der Liberalen und der Beisitzer der Stadtratsfraktion, Dr. Uwe Radmacher.

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