Sa., 15.08.2026
Die Gratiszeitung für Worms und das Nibelungenland
  • Startseite
  • Sport
  • Termine
  • Stellenmarkt
  • So., 22. Juni 2025, 12:43 Uhr
    Kreis Alzey-Worms: Neuer Abfuhrrhythmus der Restmülltonne startet am 1. Juli / Neues Gebührensystem beschlossen / Kritik der Grünen im Kreis

    Leerung erfolgt nur noch alle drei Wochen

    Ab dem 1. Juli 2025 wird die Restmülltonne im Landkreis Alzey-Worms nur noch alle drei Wochen abgeholt. Die neuen Termine der Leerung finden sich sowohl im Umweltkalender 2025, der Ende letzten Jahres mit der Post an alle Haushalte im Landkreis versendet wurde, als auch auf der Website des Abfallwirtschaftsbetriebs (AWB) unter www.abfall-alzey-worms.de/mein-anliegen/termine/abfuhrtermine/ und der Kreisverwaltung Alzey-Worms unter www.kreis-alzey-worms.de/mein-anliegen/abfallwirtschaftsbetrieb

    Hier haben Kundinnen und Kunden die Möglichkeit, ihren individuellen Abfallkalender in Farbe erstellen zu lassen und ihn als iCal-Kalender in ihr Kalenderprogramm auf Ihrem Desktop-Rechner und auf Ihrem Handy zu integrieren.

    Auf die Umstellung des neuen Abfuhrsystems bei der Restmülltonne wurde bereits seit 2024 vom Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) in den Medien und in der Abfallbroschüre 2024 hingewiesen.

    Neues Gebührensystem ab 1. September 2025

    Mit großer Mehrheit stimmten die Mitglieder des Ausschusses für das Behältersystem jetzt auch für ein neues Gebührenmodell ab dem 1. September. Bei dem neuen Tarifmodell für die Abfallgebühren handelt es sich um einen sogenannten Behältertarif. Dieses Modell bepreist die Tonnen und zielt auf eine verursachergerechtere Abrechnung ab und ist somit anders strukturiert als der bisherige Haushaltstarif, der an die Anzahl der Personen im Haushalt gebunden war.

    Der Behältertarif setzt sich wie folgt zusammen: Pro Haushalt – unabhängig davon, wie viele Personen darin leben – wird eine Grundgebühr berechnet, pro Rest- und Biomülltonne wird eine Behältergebühr fällig, die sich nach der Größe der Tonne richtet und bei der Gebühr für die Restmülltonne sind vier Leerungen inklusive – unabhängig von der Größe der Tonne, diese wird künftig alle 3 Wochen geleert.

    Für jede zusätzliche Leerung fällt weiter eine Leerungsgebühr an und bei der Gebühr für die Biomülltonne sind alle Leerungen inklusive, sie wird wie bisher alle 2 Wochen geleert. Mit Hilfe des Chips an der Restmülltonne wird die Anzahl der Leerungen der Restmülltonne gezählt, jedoch der Behälter nicht gewogen.

    Zur aktiven Mülltrennung motivieren

    Das neue Tarifmodell gibt die Möglichkeit, aktiv mit der Müllmenge Einfluss auf die jeweilige Gebühr zu nehmen. Wer sich umweltgerechter verhält und den Abfall besser trennt sowie Restmüll vermeidet, kann Gebühren sparen, indem die graue Tonne nicht bei jedem Abfuhrtermin rausgestellt wird. Denn bei einer künftigen 3-wöchentlichen Abfuhr würde die Restmülltonne 17 mal pro Jahr geleert werden. Somit könnte jeder Haushalt die Gebühr für bis zu 13 Leerungen einsparen.

     

    Die neue Gebührenkalkulation ist für einen Zeitraum von rund 18 Monaten ausgelegt. Nach dieser Zeit wird das Gebührensystem überprüft und gegebenenfalls angepasst.

    Grüne fordern Korrekturen bei Restmüll- und Wertstoffentsorgung

    Während das Ziel der besseren Mülltrennung, mehr Wertstoffgewinnung und der Reduzierung des Restabfalls von den Grünen im Landkreis begrüßt wird, äußern sie in einer Pressemitteilung erhebliche Kritik. Insbesondere in dicht besiedelten Quartieren mit Mehrfamilienhäusern drohe das Konzept zu scheitern. Ohne Personalisierung, Kontrolle und wohnortnahe Entsorgungsmöglichkeiten bleiben Fehlwürfe und Überfüllungen ein Problem. Auch die Umstellung auf größere Restmülltonnen für Haushalte mit geringem Müllaufkommen werden als „wenig zielführend“ bewertet.

    Die Grünen kritisieren vor allem den Ansatz, die Grundgebühr auf Basis von lediglich vier Leerungen jährlich zu berechnen. Dies sei realitätsfern, verschleiere die tatsächlichen Kostensteigerungen und sei für viele Haushalte nicht praktikabel. Stattdessen wird eine ehrliche Kalkulation mit acht Leerungen jährlich gefordert – verbunden mit einem Anreizsystem für geringere Müllmengen durch Rückvergütung. Für Familien mit kleinen Kindern würden durch dieses Konzept erheblichen Mehrbelastungen ausgesetzt. Auch die geplante Reduzierung der Wertstoffhöfe im Landkreis wird kritisch gesehen. Deren Halbierung ohne gleichzeitige Einführung von wohnortnahen Entsorgungsinseln oder einer Wertstofftonne gefährde das Ziel der Wertstoffgewinnung.

    Transparente und realistische Gebührengestaltung

    Die Grünen fordern eine transparente und realistische Gebührengestaltung, die Einführung wohnortnaher Wertstoff-Entsorgungsangebote, die Überprüfung sowie Verschiebung der Umsetzung des neuen Gebührenmodells auf einen sinnvollen Zeitpunkt, z. B. den 1. Januar 2026 sowie die Unterstützung von Familien mit kleinen Kindern.

    In der nächsten Kreistagssitzung stünden diese Themen sowie der Antrag zur Weiterentwicklung des Wertstoffhofkonzepts auf der Tagesordnung. Die Grünen setzen sich für eine „praktikable und bürgernahe Lösungen“ ein, die Umweltziele und Alltagstauglichkeit miteinander verbinde.

    Beitrag aus der Rubrik

    » Aus dem Nibelungenland
    Anzeige Reifen Mast KN10123Anzeige Platten NOLLAnzeige Online StellenmarktAnzeige dkge 1x1
    Anzeige AmtsblattAnzeige Tip SüdhessenAnzeige Cecil Cycle KN18256
    Anzeige das WormserAnzeige TicketshopAnzeige 3 Füller 1