Viel Lob für die ehemalige 1. Vorsitzende. Von links: Ruth Lott und Marita Walter. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Am Samstagnachmittag feierten die Leiselheimer Landfrauen im evangelischen Gemeindehaus des Ortes ihr 30-jähriges Jubiläum. Rund 90 Mitglieder konnten begrüßt werden. Der Nachmittag startete um 15 Uhr mit einem kleinen Sektempfang, danach ging es Schlag auf Schlag weiter. Die Begrüßungsworte sprach die neue 1. Vorsitzende Marita Walter, sie erinnerte an die Gründung der Leiselheimer Landfrauen im Jahr 1984. Damals hätten 77 Frauen den Entschluss gefasst, den Verein zu gründen. Zu Spitzenzeiten habe der Verein 200 Mitglieder gezählt.
Ziele der Landfrauen
Marita Walter erinnerte auch an die Aufgaben des Vereins wie der Dorfverschönerung, aber in erster Linie die fachliche sowie kulturelle Fortbildung und natürlich Ausflüge und Geselligkeit. Ein Problem sei, so Marita Walter, dass es an jungen Frauen fehle, die zum Verein stoßen würden. Ein Blick in die Runde verdeutlichte das Gesagte, denn fast alle Anwesenden waren der Altersgruppe über 50 Jahre zu zuordnen. Wobei das Alter nichts mit der Kunst zu feiern zu tun hat, was man an der Herzlichkeit, der guten Laune und der tollen Stimmung ablesen konnte.
Auf den Punkt gebracht
Die nächste Rednerin war die Kreisvorsitzende Hannelore Reinheimer, die kurz und knackig sprach und alles Wesentliche genau auf den Punkt brachte. Sie erinnerte auch daran, dass die Landfrauen sich in den dörflich geprägten, überschaubaren Vororten wie Leiselheim sehr wohl fühlen würde.
Fast wie ein Comedy-Star
Die Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Alzey-Worms, Katharina Nuß hielt einen etwa einstündigen Vortrag, der sehr ausführlich war, aber gleichzeitig sehr unterhaltsam war, da er viel humoristische Einlagen beinhaltete. Ein bisschen was hatte er sogar von Comedy oder einer Büttenrede zu Fasching. Die anwesende Frauen lachten viel und herzlich und spendeten großen Applaus. In Bezug auf die mangelnden Kochkünste der Jugend sagte sie etwa: „Viele Junge wissen gar nicht mehr, dass eine Pizza auch von Menschenhand gemacht sein kann!“ Die Gleichstellungsbeauftragte nahm auch die extrem umsorgenden „Helikoptereltern“ auf die Schippe, die glaubten, für ihre Sprössling selbst jedes noch so kleine Hindernis aus dem Weg räumen zu müssen. Dies gipfele in dem „Hotel Mama“ aus dem selbst Kinder im Erwachsenenalter nicht ausziehen wollten.
Auch eine ernste Botschaft
Die lustige Art des Vortrages von Katherina Nuß konnte bzw. sollte auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es um eine eher ernste Botschaft ging, und diese lautete: „Mehr gesellschaftliche und politische Teilhabe der Frauen.“ So forderte Katherina Nuß, dass in den Parlamenten und Räten 50 Prozent Frauen sitzen sollten, so wie der Anteil an der Bevölkerung sei. Wobei die Gleichstellungsbeauftragte hier nicht erwähnte, dass sich immer noch zu wenige Frauen politisch engagieren. So schaffte es etwa manche Partei nicht, für die Kommunalwahl genügend Frauen zu finden, die sich aufstellen ließen, um eine durchgehende 50 Prozent-Quote bis Listenplatz 52 zu ermöglichen.
Offizieller Abschied und Ehrungen
Der nächste Programmpunkt bei den Leiselheimer Landfrauen war die offizielle Verabschiedung der ehemaligen 1. Vorsitzenden Ruth Lott. Die neue Vorsitzende Marita Walter lobte ihrer Vorgängerin und erwähnet die herausragenden Etappen der Amtszeit von Ruth Lott, die 27 Jahre lang an der Spitze der leiselheimer Landfrauen stand.
In der Tagesordnung folgte die Ehrung der Jubilare sowie sowie der bebilderte Rückblick auf 30 Jahre Landfrauen Leiselheim. Und nachdem dies alles geschafft war, wartete ein köstliches, reichhaltiges Buffet auf die rund 90 Gäste, die einen wunderschönen Abend mit viel Informationen, Rückbesinnung sowie Spaß, Heiterkeit und einem Schuss Melancholie unter Freundinnen verlebten.