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  • Mi., 31. Januar 2018, 18:18 Uhr
    Der Wormser Stadtrat diskutierte am Mittwoch Lösungsansätze für die Verkehrsentlastung in der Winzerstraße

    Leiselheimer Ortsdurchfahrt als Dauerproblem

    Die Ortsdurchfahrt von Leiselheim gleicht im Zentrum einem Nadelöhr. Problematisch wird es, wenn sich hier Busse oder Lastwagen begegnen. Foto: Gernot Kirch


    Von Gernot Kirch Seit rund 30 Jahren ist die hohe Verkehrsbelastung in der Winzerstraße ein Ärgernis für die Leiselheimer Bürger. Obwohl das Thema schon häufig im Ortsbeirat und im Wormser Stadtrat erörtert wurde, gelang es bisher noch nicht, eine wirkliche Lösung herbeizuführen. Und so quälen sich weiterhin täglich rund 5.600 Fahrzeugen durch den Ortskern.

    Antrag der Genossen

    Am Mittwoch unternahm die SPD einen neue Vorstoss, um das Problem zu lösen oder wenigstens zu mildern. Patricia Sonek trug im großen Ratsaal den Antrag der Genossen vor. Darin wird die Verwaltung aufgefordert, zu prüfen, wie der Verkehrsfluss in der Winzerstraße, also der Hauptdurchgangsstraße in Leiselheim, optimiert werden kann. Ein besonderer Fokus soll dabei auf den Begegnungsverkehr mit Bussen und Lastwagen gelegt werden. Durch den neuen Busplan der Linie 405 habe sich die Situation nämlich verschlechtert. Es passiere jetzt häufig, dass sich Linienbusse im Ortskern begegneten und es zu gefährlichen Situationen komme, wenn etwa Busse oder Lkw rückwärts fahren müssten, um für den entgegen kommende Verkehr Platz zu machen. Die SPD forderte hier moderne Kommunikationsmittel für die Busfahrer, damit es nicht mehr zu diesen brenzligen Begegnungen auf der Winzerstraße komme. Timo Horst (SPD) ergänzte hier, dass es im 21. Jahrhundert möglich sein müsse, dass die Busfahrer miteinander kommunizierten.

    Blitzanlage statt Bodenwellen

    Der Ortsvorsteher von Leiselheim, Johann Nock (CDU), stimmte Patricia Sonek zu, betonte aber, dass ihm der Antrag noch zu allgemein sei. Die Situation in der Winzerstraße sei für die Bürger unerträglich, und dies schon seit 30 Jahren. Besonders schlimm sei es für Kinder und Senioren, die zu Fuß unterwegs seien, da es in dem kritischen Bereich keinen Bürgersteig gebe. Johann Nock forderte die Bodenwellen auf der Straße zu entfernen, da sie für die Bewohner ein Ärgernis seien. Stattdessen möchte er eine Blitzanlage im Ortszentrum haben.

    Entlastung durch Krankenhaustangente

    Oberbürgermeister Michael Kissel (SPD) bezweifelte, ob es klug sei, die Bodenwellen zu entfernen. Aber auch er betonte, dass die Situation besonders für Fußgänger sehr problematisch sei. Der Stadtchef brachte als Entlastung für die Leiselheimer Bürger die geplante Krankenhaustangente ins Spiel, da Berechnungen zeigten, dass nach der Fertigstellung der Tangente rund 2.200 Fahrzeuge pro Tag weniger durch Leiselheim rollten.

    Zu viel Kraftfahrzeuge

    Richard Grünewald von den Grünen führte aus, dass der Hauptgrund für das Problem die stets wachsende Zahl von Kraftfahrzeugen und die Zunahme des Verkehrs sei. Für diese Menge an Autos seien die Straßen in den Städten und Dörfern einfach nicht gemacht. Er forderte als rasche Lösung eine Ampelanlage in Leiselheim, die auf der Winzerstraße den Verkehr immer nur in einer Richtung gestatte. Solch eine Anlage könne ja zunächst einige Monate zur Probe aufgestellt werden. Dann würde man sehen, ob es die Verkehrssituation in Leiselheim beruhige.

    Kein Patentrezept

    Der zuständige Dezernent, Bürgermeister Hans-Joachim Kosubek (CDU), erläuterte, dass es kein Patentrezept zur Lösung gebe. Die Fahrbahn könne man nicht breiter machen, da im Ortszentrum Häuser sehen, die die Stadt nicht abreißen könne. Ein innerörtliche Umgehung sei nur schwer möglich. Damit würde der Verkehr auch nur durch andere Straßen geführt, aber nicht weniger werden. Auch habe es vor Jahren gegen diese Idee heftige Bürgerproteste gegeben. Einer Ampelanlage erteilte der Bürgermeister eine Absage, da es sich um eine sehr lange Strecke handeln, die davon betroffen sei. Dadurch käme es zu Rückstaus, die Leiselheim nicht aufnehmen könne. Auch müssten die Phasen von „rot“ und „grün“ aufgrund der Streckenlänge zeitlich sehr ausgedehnt sein, was den Verkehrsfluss hemme. Zudem müsse man an den landwirtschaftlichen Verkehr denken. Abschließend sagte Hans-Joachim Kosubek, er wisse, dass dies eine unbefriedigende Antwort sei, aber eine rasche Lösung gebe es nicht.

    Nach Ende der Aussprache wurde der Antrag in den Haupt- und Finanzausschuss verweisen, dort soll er erneut diskutiert werden. Die Verwaltung soll bis dahin möglich Lösungen erarbeiten und aufzeigen.

     

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